Klötze l Schade, dass man Zeitung nicht hören kann. Das Konzert des Gospelchores Braunschweig am Sonnabend in der nahezu ausverkauften Sankt Ägidiuskirche zu Klötze war ein echter Ohrenschmaus und ein Genuss für jeden Musikliebhaber. Pfarrer Johanes-Michael Bönecke hatte einen „mitreißenden“ Abend angekündigt – und wahrhaftig nicht zu viel versprochen.

Unter der Leitung von Eggo Fuhrmann präsentierten die Sängerinnen und Sänger ein anspruchsvolles Programm aus gängigen Titeln, bekannten Liedern in neuem Gewand und natürlich auch einigen adventlichen Melodien. „An einem Abend wie heute ist alles möglich“, kündigte Fuhrmann zu Beginn des Auftritts an. Und zu jedem Stück sprach er ein paar einleitende Worte. Denn zu jeder Gefühlslage gebe es den passenden Song. Beipielsweise, so Fuhrmann, helfe es, eine Kerze anzuzünden, wenn es einem schlecht geht. Hierzu intonierte der Chor „Light a candle“. Außerdem betonte der Chorleiter, dass es bei Weihnachten in der Hauptsache um Jesus Christus gehe. Hierzu gab sein Chor „The lamb of god“ – das Lamm Gottes – zum Besten.

Pfarrer: "Absolut fantastisch"

Nach einer knappen Stunde war der erste Teil des Konzertes vorbei. Es folgte eine Pause, die wohl 23 Minuten und 17 Sekunden dauern werde, wie Fuhrmann scherzte. Nach dieser Unterbrechung, in der sich alle Anwesenden mit Glühwein und Plätzchen stärken konnten, legte der Gospelchor sozusagen nochmal einen Zahn zu und zog die Zuhörer weiter in seinen Bann. Mal derart gefühlvoll, dass einem beinahe die Tränen kamen; mal so fetzig, dass es die Leute förmlich von den Kirchenbänken riss. Sei es nun bei „Oh holy night“, „Mary‘s boy child“, „Nothing between my soul and my savior“, „Gloria“ oder „Go tell it on the mountain“ – donnernder Applaus war der Formation, deren Mitglieder ungefähr zwischen 30 und 70 Jahre alt sind, wie es hieß, gewiss.

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Im Namen des Ensembles gab Fuhrmann die Komplimente gerne zurück. Er sprach von einer wunderschönen Kirche mit toller Akustik, lobte, dass man von der Kirchengemeinde wunderbar hofiert und verpflegt worden sei, wie es der Chor selten erlebt habe und bedankte sich beim begeisterungsfähigen Publikum. Und: „Ich hätte nie gedacht, dass es hier so voll ist“, sagte Fuhrmann. „Das spricht für Klötze.“

Für den Gospelchor, zu dem auch Schlagzeuger Friedhelm Krüger, Bassist Ulrich Henkel und Gitarrist Uwe Börner gehören, war das Gastspiel in Klötze der erste Besuch in Sachsen-Anhalt überhaupt. Und wenn es nach den Interpreten und dem Pfarrer geht, kann es gerne eine Neuauflage geben. „Das war wirklich klasse. Absolut fantastisch“, bilanzierte Bönecke und schlug dem Gospelchor vor, Klötze doch fest in den Tourneeplan einzubauen.

Wer nicht so lange auf ein Wiedersehen warten möchte, der sollte sich, so regte Fuhrmann an, doch einfach die nächsten Termine des Gospelchores vormerken. Dazu gehört beispielsweise das Weihnachtskonzert am 13. Dezember in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Braunschweig (die Heimat des Gospelchores, Beginn: 18 Uhr) oder das Konzert an gleicher Stelle am 20. Februar zum zehnjährigen Jubiläum des Gospelchores (Beginn: ebenfalls 18 Uhr).

Übrigens kann beim Gospelchor Braunschweig jeder aber zwölf Jahren mitmachen, egal, welcher Konfesssion man angehört oder ob man Noten lesen kann. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.gospelchor-braunschweig.de