Kunrau/Oebisfelde l Der Zweckverband Drömling muss die angestammten Räume in Oebisfelde wegen Eigenbedarfs des Hauseigentümers verlassen. Drei Standorte für den neuen Sitz standen zur Auswahl. Während die Entscheidung schnell gegen das Gemeindebüro in Miesterhorst fiel, ging es am Ende nur noch um das Kunrauer Schloss und die Außenstelle der Verbandsgemeinde Flechtingen in Calvörde. „Die Vertreter des Altmarkkreises Salzwedel favorisierten eine Lösung mit dem Kunrauer Schloss, die aus dem Bördekreis die Außenstelle in Calvörde“, berichtete Jürgen Barth, Vorsitzender des Zweckverbandes, von einer Besichtigungstour in der vergangenen Woche. Im Anschluss hatten sich die Mitglieder des Verbandes zusammengesetzt, um eine Entscheidung zu treffen.

WWF verhinderte eine Patt-Situation

Damit hätte die Abstimmung mit einem Patt geendet, wäre da nicht der World Wide Fund for Nature (WWF), selbst Mitglied im Zweckverband. „Ich habe darauf hingewiesen, dass mit einer Entscheidung für Calvörde beide Einrichtungen, die Naturparkverwaltung und der Zweckverband, ihren Sitz im Bördekreis hätten“, erläuterte Jürgen Barth im Gespräch mit der Volksstimme. Beide Institutionen beschäftigen sich aber mit dem Naturpark Drömling, der sich zu großen Teilen in der westlichen Altmark befindet. Ergebnis: Die Entscheidung fiel knapp für Kunrau. „Letztendlich war es eine politische Entscheidung“, resümierte Jürgen Barth.

Für ihn steht die Entscheidung und ist verbindlich. Nach einigen Sanierungsarbeiten in zwei bis drei Zimmern im Schloss soll der Umzug für den Geschäftsführer Matthias Kausche und drei Mitarbeiter spätestens im Mai vollzogen sein.

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Der Geschäftsführer sieht den Umzug allerdings noch nicht ganz in Sack und Tüten. Auf Anfrage der Volksstimme sagte Kausche, dass er darüber erst in der nächsten Verbandsversammlung informieren wolle, weil es sich um Informationen aus dem nicht öffentlichen Teil des Treffens handeln würde. Diese Versammlung würde Anfang 2016 einberufen, ein genauer Zeitpunkt stünde noch nicht fest. Bis dahin solle „eine formale und sachliche Prüfung“ der Entscheidung für das Kunrauer Schloss vorgenommen werden. Auch gebe es noch keine Verhandlungen mit der Stadt Klötze über den genauen Zeitpunkt eines Umzugs, die würden erst nach Prüfung des Ergebnisses beginnen.

Umzug großer Erfolg für Kunrau

Für Bürgermeister Matthias Mann ist der geplante Umzug des Zweckverbandes nach Kunrau ein großer Erfolg - für Kunrau selbst und auch die Stadt Klötze. „Kunrau gilt als Tor zum Drömling. In den vergangenen Jahren haben wir versucht, diese Funktion zu verstärken“, begründete er. Zudem habe die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt mit Sitz in Magdeburg erst kürzlichen beschlossen, eine Anlaufstelle für den Norden des Landes im Kunrauer Schloss einzurichten. Außerdem habe der Kreistag dafür votiert, das vom Zweckverband betriebene Naturerfahrungszentrum und die Öko-Schule im Schloss fortzuführen. „Das ist ein ganzes Paket an Entscheidungen, die für das Kunrauer Schloss sprechen“, erläuterte Mann.

Das Schloss beherbergt bereits die Drömlingsausstellung, den Fremdenverkehrsverein, Ausstellungen und Räume, die der Kulturklub nutzt. „Umso besser ist es, wenn jetzt noch Einrichtungen mit offiziellem Charakter hinzukommen“, betonte der Bürgermeister. Im Übrigen sei im Schloss noch genügend Platz. Dort bestünden bis zum Park noch so viele Möglichkeiten zur Nutzung.