Kusey l Adventszeit ist in Kusey gleichbedeutend mit Märchenzeit. Alle Jahre wieder führen Frauen und Männer, die sich mit der Kita verbunden fühlen, ein Stück auf. Am Sonntag wurde im prall gefüllten Saal das Märchen vom Aschenputtel gezeigt. „Und wenn ihr schön artig seid und zuhört, dann kommt danach auch noch der Weihnachtsmann“, versprach Spielleiterin Jutta Köneke den Kindern.

Dann ertönten drei Gongschläge und der Vorhang öffnete sich. Erzählerin Helga Maria Jäger berichtete, dass vor vielen Jahren ein Mann und eine Frau fröhlich auf einem Gutshof lebten. Ein Töchterchen machte das Glück vollkommen. Doch die Frau starb und der Mann suchte eine neue Gemahlin. Seine Wahl fiel allerdings auf eine herrschsüchtige Dame, die zudem zwei eigene Töchter in die Ehe brachte. Fiese Drachen, genannt: Anastasia und Drisella. Das Aschenputtel wurde von dem Trio Infernale schikaniert, wo es nur geht. Das arme Ding durfte nicht mal mit zum Ball, auf dem der Königssohn eine holde Maid finden wollte. Doch oh Schreck. Auch die Teilnahme von Anastasia und Drisella geriet in Gefahr. Sie hatten nichts passendes anzuziehen. „Wir müssen erst noch nach Wolfsburg zum Outlet Center“, sagten sie.

Fee muss nach Berlin

Nachdem der Einkauf gelungen war, stand dem heiß ersehnten Tanzabend, bei dem die Geschwister den Prinzen umgarnen wollten, nichts mehr im Wege. Währenddessen musste Aschenputtel einen echten Frondienst verrichten und Linsen aus der Asche friemeln. „Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.“ Dafür würde sie wohl ewig brauchen. Zu ihrem Glück flatterten zur Musik von „Drei weiße Tauben“ aber drei weiße Tauben auf die Bühne und halfen ihr. Noch dazu hexte eine gute Fee ein wunderschönes Kleid herbei. Viel Zeit hatte die Fee dafür jedoch nicht. Denn: „Ich muss nach Berlin. Angela Merkel braucht mich.“

Bilder

Doch sei es drum. Dank ihrer Hilfe konnte das Aschenputtel nun doch noch zum Ball gehen. Dort fand der Prinz sofort Gefallen an der schönen Unbekannten. Eng umschlungen vergaßen die frisch Verliebten die Welt um sich herum und tanzten bis Mitternacht. Dann erlosch der Zauber und das Aschenputtel war zum schnellen Aufbruch gezwungen. In all der Hektik verlor sie einen Schuh. Ein Glück für den Prinzen. Denn so konnte er herausfinden, wer das Mädchen war, in das er sich auf Anhieb verguckt hatte. Nur wem der Schuh passt, den würde er auch heiraten. Und, wer hätte das gedacht: nach einigen Irrungen und Wirrungen fanden sich der Prinz und das Aschenputtel tatsächlich wieder. Zusammen mit dem streng nach Tarif bezahlten Diener ritten sie auf einem prächtigen Ross zum Schloss und hinein in ein Leben voller Saus und Brause. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie wohl noch heute. Zusammen mit den drei weißen Tauben.

Weihnachtsmann bimmelte

Nach der Aufführung war das Publikum außer Rand und Band. Der Applaus ebbte nicht ab. Kita-Leiterin Anne Schmidt bedankte sich bei allen Mitwirkenden und insbesondere bei Jutta Köneke, die mal wieder ein Laien-Ensemble zu schauspielerischen Höchstleistungen getrieben hatte. Köneke wurde inständig gebeten, diesen Part auch in Zukunft zu übernehmen.

Auch Ortsbürgermeister Klaus Vohs ließ es sich nicht nehmen, alle Beteiligten über den grünen Tannenbaum zu loben, um dann fix dem Weihnachtsmann Platz zu machen, der sich bereits mit lautem Gebimmel den Weg durch die Reihen bahnte.

Alle Anwesenden waren selig. Nur ein Wunsch blieb noch: weiße Weihnachten. Damit das klappt, erklang „Schneeflöckchen, Weißröcken“. Und sogar die drei weißen Tauben sangen mit.