Klötze/Schwiesau l Es ist wie im richtigen Leben: Wenn das Kirchspiel Klötze-Neuendorf und die Kirchengemeinde Schwiesau eine Art Ehe planen und eine Zusammenarbeit vereinbaren, muss das gründlich vorbereitet werden. Seit 1. Januar dieses Jahres gehörte die Kirchengemeinde Schwiesau bereits zum Pfarrbereich Klötze-Neuendorf. „Aber von einem Tag auf den anderen funktioniert der Zusammenschluss nicht“, sagt Pfarrer Johannes-Michael Bönecke im Gespräch mit der Volksstimme. „Wir brauchen zum Beispiel eine gemeinsame Haushaltsplanung.“

Seit dem Sommer ist daran gearbeitet worden. Im Dezember beschlossen die beiden Gemeindekirchenräte dann den ersten gemeinsamen Haushaltsplan für 2016.

Land und Kreis stimmen zu

Inzwischen liegen auch die Zustimmungen der „Eltern“ für diese Trauung vor. Kreiskirchenrat und der Landeskirchenrat in Erfurt sehen der Zweckehe sehr wohlwollend entgegen.

„Dabei handelt es sich aber keinesfalls um eine Auflösung der Kirchengemeinde Schwiesau“, betont Pfarrer Bönecke. „Schwiesau ist nicht eingemeindet.“ Vielmehr gehe es um eine Zusammenarbeit des Kirchspiels Klötze-Neuendorf und der Kirchengemeinde Schwiesau im neuen Evangelischen Kirchengemeindeverband Klötze. „Wenn wir irgendwann feststellen würden, wir passen nicht zusammen, wäre auch ein Auseinandergehen mit wieder getrennten Finanzen möglich“, erläutert Johannes-Michael Bönecke. Bislang zählten sieben Kirchengemeinden zum Kirchspiel: Klötze, Brüchau, Lockstedt, Hohenhenningen, Siedentramm, Neuendorf und Nesenitz. Mit Schwiesau sind es dann im neuen Verband acht. Zu den bisher 1216 Gemeindegliedern kommen auf einen Schlag 162 Schwiesauer hinzu.

Ziel eines solchen Kirchengemeindeverbandes ist es, die Verwaltungsarbeit wesentlich zu vereinfachen. „Der Verband ist erfolgreicher in der Praxis, weil hier Finanzkraft und Kompetenzen gebündelt sind“, begründet Pfarrer Bönecke.

Das „Ja-Wort“ haben sich beide Seiten ja schon gegeben. Jetzt beginnt die Feinarbeit. Zum neuen Gemeindekirchenrat gehören sechs Stimmberechtigte aus Klötze, zwei aus Schwiesau sowie je einer aus Neuendorf, Lockstedt, Siedentramm, Hohenhenningen und Nesenitz. Das Gremium trifft sich jeden ersten Montag im Monat.

Vermögen wird aufgelistet

Für das laufende Jahr wird es ein letztes Mal zwei Rechnungslegungen geben: eine für Klötze-Neuendorf, eine für Schwiesau. „Danach kann die Vermögensaufstellung für den Zeitpunkt des Zusammenschlusses erfolgen“, nennt Johannes-Michael Bönecke einen nächsten Schritt in die „Ehe“. Dabei werden beispielsweise die Ländereien aufgelistet, Gebäude, das Inventar und das Geld auf den Konten.

Ob es eine kleine Hochzeitsfeier für diese „Ehe“ geben wird, kann Pfarrer Bönecke noch nicht sagen. „Ich nehme die Frage mal als Anregung mit“, sagte er.