Immekath l Mit B-Schläuchen waren die Tische im Saal originell geschmückt. Löschblätter lagen als Speisekarten daneben. Etwas verspätet eröffnete Immekaths Ortswehrleiter Uwe Randau die Festveranstaltung mit einem kurzen Blick in die Geschichte. Alles begann, als Ortsvorsteher Albert Wernecke am 29. Februar 1928 in einer Versammlung auf die Notwendigkeit einer Feuerwehr hinwies. Das entsprach dem Zeitgeist und augenscheinlich auch der Vorbereitung auf bevorstehende Jahre des Krieges. 32 Immekather gründeten die Feuerwehr.

„Erster Wehrleiter war Richard Drenkmann“, erinnerte Uwe Randau als sechster Ortswehrleiter. Der Jahresbeitrag lag bei 50 Pfennigen. Schon 1888 bekamen die Immekather ihre erste Pferdehanddruckspritze, die auch heute noch funktioniert. „Wir feiern deshalb auch 130 Jahre Pferdespritze“, scherzte Randau.

Er informierte über die erste Motorspritze im Jahr 1935, eine große Überschwemmung zwei Jahre später. Erste Lehrgänge besuchten die Kameraden in Heyrotsberge ab 1938. In den Kriegsjahren ist eine Pflichtwehr eingesetzt worden, weil viele Männer an der Front waren. Die Wehr überstand die Nazi-Diktatur, erlebte einen Neuanfang 1947 mit weiteren 15 Kameraden und wechselte in das DDR-Regime.

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Privat-Meister musste weg

1952 ist Wehrleiter Richard Drenkmann abberufen worden, weil er privater Handwerksmeister war. Heinz Müller wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Dritter Wehrleiter war Wilhelm Schröder, Wolfgang Gebühr der nächste, 1998 übernahm Manfred Günter, bevor Uwe Randau 2004 in dessen Fußstapfen trat.

Mehrere Meilensteine kennzeichnen die Wehr-Geschichte in all den Jahren. 1964 musste das Gerätehaus erstmals umgebaut werden. Die Alarmierung per Nebelhorn hatte 1970 mit der ersten Sirene im Dorf ausgedient. Eine zentrale Leitung erleichterte die Wasserversorgung. Das erste Fahrzeug war in den 1980er Jahren ein rot lackierter Pritschenwagen LO der Volksarmee. Schwierigkeiten bereitete der zweite LO: „Die Hinfahrt war kein Problem“, erklärte Uwe Randau. „Nur die Rückfahrt: Wenn der Motor heiß war, lief er nicht.“

Er ging zudem auf die aktuell veränderten Aufgaben der Wehren ein und verwies auf geplante Investitionen, um den Standort Immekath zu stärken.

Zu den Gratulanten gehörte danach Landrat Michael Ziche. „Die Immekather Wehr tut sich hervor durch Stabilität und Kontinuität. In den 90 Jahren gab es nur sechs Wehrleiter.“ Das sei Ausdruck des Lebens im Ort. Klar sei, dass die Wehren vor großen Veränderungen stünden, sagte er mit Blick auf vier starke Stürme in den vergangenen Monaten. „Ihr stellt mit sicher, dass die Menschen im Kreis gut und sicher leben können. Ihr lauft rein, wo andere rauslaufen“, betonte er und übergab eine Spende.

2 Millionen für Brandschutz

Einen Spendenumschlag gab es auch von Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels. Mit Blick auf den jüngsten Brand in Immekath am Freitag verwies er auf die Bedeutung einer schlagkräftigen Truppe. Rund zwei Millionen Euro hat die Stadt Klötze für 2018 und 2019 im Haushalt für den Brandschutz eingeplant. Immekath soll ein Tanklöschfahrzeug TLF 3000 bekommen. Bartels: „Ich hoffe 2019.“

Eine Spende gab es danach von Immekaths Ortschef Peter Gebühr. Er konnte sich nicht daran erinnern, dass die Immekather Wehr bei einem Alarm mal nicht ausgerückt sei. Auch Stadtwehrleiter Jan-Christian Jakobs überreichte Spende und Urkunde im Namen des Kreisfeuerwehrverbandes Gardelegen.

Weitere Umschläge übergaben danach Stefan Fiedler vom Jugendklub und Steffen Lüttgemüller vom Sportverein. Nach den Ehrungen und Beförderungen spielten die Beetzendorfer Blasmusik auf.