Klötze l Die Masche ist so einfach wie erfolgversprechend: Kriminelle versuchen am Telefon an die Daten der Angerufenen zu kommen. Von einem solchen Fall berichtete Helmut Jachalke, Leiter des Betreuungsforstamtes mit Sitz in Klötze. Für sein Diensthandy ist ein Wechsel des Netzanbieters vorgenommen worden. Innerhalb einer Woche bekam er einen Anruf von jemandem, der in gebrochenem Deutsch ein selbstverständlich lukratives Angebot für das Telefonnetz unterbreitete, das er gerade gewechselt hatte.

Helmut Jachalke ahnte die Falle. Nicht auf den Kopf gefallen, bohrte er nach. „Ich habe ein paar Fragen gestellt, woher sie meine Telefonnummer hätten und so etwas“, berichtete er. „Zu hören war im Hintergrund, dass es sich offenbar um ein Callcenter handelt. Als ich meine Fragen stellte, legte der Anrufer auf.“

Rückruf kann teuer werden

Eine Woche später das gleiche Spielchen noch einmal. „Der Vertrag sollte verlängert werden und ich sollte meine Kontonummer nennen“, informierte Jachalke über den weiteren Ablauf. „Dann fragte ich, woher sie meinen Namen und die Vertragsangaben hätten.“ Erneut legte der Anrufer einfach auf.

Helmut Jachalke hatte sich zuvor aber die Nummer auf dem Display notiert: Es war eine Nummer in Berlin. „Ich habe zurückgerufen“, erzählte er. „Ich bin dann in einer kostenpflichtigen Leitung gelandet. Das ist Abzocke.“

Werbeanrufe sind verboten

Frank Semisch von der Polizei in Salzwedel kennt solche Versuche, per Telefon Daten abzufischen oder zum Rückruf über kostenpflichtige Leitungen zu animieren, zur Genüge. „Das passiert immer wieder, das kommt das ganze Jahr über vor“, wusste er. Einige Betroffene würden die Anrufer auch anzeigen. In vielen Fällen sei bisher kein Schaden entstanden. „Manchmal rutscht jemand in einen Vertrag hinein, aus dem er nicht ohne weiteres rauskommt“, berichtete der Polizeisprecher. Doch nicht immer habe das Ganze auch eine strafrechtliche Relevanz, müsse dann privat- und zivilrechtlich geklärt werden. Er betonte, dass Werbeanrufe von Gewinnspielanbietern, Versicherungen, Energieversorgern, Geldanlegern und anderen ohne Zustimmung des Angerufenen seit einigen Jahren eigentlich verboten seien. Semisch: „Das ist aber die Sache von jedem selbst.“

Auch die Mitarbeiter der Verbraucherzentralen können ein Lied von solchen Machenschaften singen. Immer wieder landen Anfragen von Betroffenen von solchen Fällen auf ihren Tischen. Die Informationen werden zunächst gesammelt. Kann der Verursacher solcher unlauteren Anrufe ausfindig gemacht werden, ist eine Abmahnung ein probates Mittel dagegen. Kommt es zu einer Klage vor Gericht, kann es für die Verantwortlichen richtig teuer werden. Das Problem: Die Verfehlung muss ihnen nachgewiesen werden. Empfohlen wird von der Verbraucherzentrale bei solchen Anrufen, Gegenfragen zu stellen: Woher wissen Sie das? Woher haben Sie meine Nummer? Ganz wichtig: Sagen Sie deutlich, dass Sie keinen Anruf wünschen. Und niemals Daten am Telefon preisgeben.