Klötze l Insgesamt rund 1,17 Millionen Euro standen der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Rund um den Drömling in diesem Jahr zur Verfügung. 816.000 Euro kamen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), 230.000 Euro aus dem Fonds für regionale Entwicklung und 131.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds. Für mehr als 20 Projekte hat die LAG Anträge eingereicht, die vom Landesverwaltungsamt (LVwA) oder dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) überprüft wurden. Wie Leader-Manager Wolfram Westhus am Dienstag bei einem Termin im Klötzer Rathaus bedauerte, haben bisher erst drei Antragsteller aus dem Bereich der Stadt Klötze einen Zuwendungsbescheid erhalten. Und zwar trifft das auf den Immekather Carnevalsclub zu, der sein Vereinshaus energieeffizient modernisieren will, auf Renate Bartels aus Kunrau, die ihren Dekohof ausbauen möchte, und auf eine Privatperson aus Siedentramm, die ihre Fachwerkfassade am Wohnhaus sanieren will.

Den Unterlagen des Leader-Managers zufolge dürfen die Roquette Klötze GmbH, die eine Algen-Erlebniswelt schaffen möchte, sowie der Zweckverband Natur- und Kulturlandschaft Drömling, der am Germenauer Heuweg eine halboffene Weidelandschaft anlegen will, in Kürze mit einer positiven Antwort rechnen.

Zwei Anträge wurden im Juni zurückgezogen. Zum einen vom Evangelischen Kirchengemeindeverband Klötze, der in der Evangelischen Familienbildungsstätte einen barrierefreien Zugang zum Garten sowie eine Treppe vom Obergeschoss in den Außenbereich schaffen wollte. Zum anderen vom Zweckverband Natur- und Kulturlandschaft Drömling, der das Radwegenetz im Drömling beschildern wollte.

Aufruf für 2018

Im Falle des Steimker Heimatvereins, der eine Heimatstube einrichten möchte, waren erst noch gewisse Formalitäten, wie der Eintrag ins Vereinsregister, zu erledigen. Die erforderlichen Unterlagen sind aber nachgereicht worden, wie Westhus informierte.

Nicht erklären kann er sich, warum von den zuständigen Stellen (LVwA und ALFF) bisher erst 523.000 Euro und damit nur 44 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel bewilligt wurden. „Es läuft in diesem Jahr sehr zäh. Das ist nicht so schön, weil die Antragsteller ihre Projekte natürlich schon im Sommer umsetzen wollten.“

Auch Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels ist unzufrieden: „Das Verfahren dauert viel zu lange. Diese Bürokratie ist nicht nachzuvollziehen“, sagte er.

Das ändert aus seiner Sicht jedoch nichts daran, dass die Leader-Förderung ein sinnvolles Instrumentarium ist. Und in eine neue Runde geht. Wie Westhus ankündigte, wird am Donnerstag in Quedlinburg bekanntgegeben, wie viel Geld 2018 an die Lokalen Aktionsgruppen ausgereicht wird. Projektvorschläge können noch bis zum 15. September 2017 eingereicht werden.

Bis dato, so berichtete Westhus, gibt es für 2018 zwei Anträge. Zum einen möchte die Roquette Klötze GmbH eine Streuobstwiese anlegen. Zum anderen unternimmt der Zweckverband Natur- und Kulturlandschaft Drömling einen neuerlichen Versuch zur Beschilderung des Radwegenetzes im Drömling. Aus Erfahrung wusste Westhus aber, „dass die Masse an Projektvorschlägen erst auf den letzten Drücker eingeht“, wie er sagte.