Klötze l Da staunte der Roquette-Chef kürzlich nicht schlecht, als er Post vom bekannten Braunschweiger Thünen-Institut erhielt. Darin war eine Einladung für ein dreitägiges Forschungsseminar Mitte November in Marokkos Hauptstadt Marrakesch enthalten. „Es geht in erster Linie darum, sich auszutauschen und Konzepte zu entwickeln, wie die enormen Ernährungsprobleme in den Ländern Afrikas gelöst werden können“, fasste Jörg Ullmann den Grund für die dreitägige Veranstaltung zusammen. Dass die Klötzer Firma an der Lockstedter Chaussee sich an einem so bedeutenden internationalen Projekt, das unter dem Motto „Lebensmittel ohne Ackerbau anbauen“ steht, beteiligen darf, sieht der Algenfarm-Geschäftsführer als große Auszeichnung an und freut sich riesig, dass er die drei Tage in Marrakesch dabei sein darf. „Das Thünen-Institut mit über 600 Mitarbeitern und 14 Fachinstituten forscht fachgebietsübergreifend mit dem Ziel der nachhaltigen Weiterentwicklung der Land-, Forst- und Holzwirtschaft sowie der Fischerei. Dabei spielen ökonomische, ökologische und technologischen Aspekte eine große Rolle“, informierte Jörg Ullmann.

Dass er in Marrakesch mit am Tisch sitzen darf, ist für das Unternehmen ein Zeichen der erfolgreichen Algen-Forschungsarbeit. Das grüne Algenpulver findet sich mittlerweile in mehr als 20 Lebensmittelprodukten. So in verschiedenen Getränken, Nudeln und Nahrungsergänzungsmitteln. Tendenz ist steigend.

Ein neuer natürlicher Energiedrink mit einer Mischung von Algen mit Sanddorn, Apfelbeere, Limette, Chili und Ingwer kam erst jüngst mit Unterstützung der Klötzer auf den Markt. Das sind auch Produkte, die in der dritten Welt dringend benötigt werde, um die Hungersnot zu lindern.

Inwieweit die Klötzer Algenfarm an den neuen Lebensmitteln nach der Veranstaltung in Marrakesch mitwirken kann, ist gegenwärtig noch unklar. Doch Jörg Ullmann sieht schon eine Chance für die Westaltmärker. Denn die Technologie der Algenaufzucht in einem nicht alltäglichen „Aquarium“ macht die Purnitzstädter für die internationale Forschung von Lebensmitteln so interessant.

„In den Ländern Afrikas herrscht in 80 Prozent der Bevölkerung Armut, und das nicht nur bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Zudem wird am Ende des Jahrhunderts nach Forscheraussagen die Einwohnerzahl von derzeit 1,3 Millarden auf 4,4 Millarden Menschen steigen“, gibt Jörg Ullmann zu bedenken. Aus diesem Grund würde es für die Klötzer Algenproduzenten eine große Ehre sein, die Armut mit ihrer Technologie in Afrika in Zukunft lindern zu können.