Steimke/Kusey l Bei der jüngsten Sitzung des Steimker Ortschaftsrates am 27. Oktober hatte Ortsbürgermeister Frank Kraskowski den Unterhaltungsverband Obere Ohre kritisiert. Ihm ging es um die Bäume im Uferbereich der Ohre, die ein Risiko darstellen würden, das zeitnah aus der Welt geschafft werden müsse. Ebenfalls hatte er berichtet, dass sich der Ortschaftsrat extra zu einem Rundgang getroffen habe, um zu schauen, wo ein Baumschnitt nötig sei. Die entsprechende Liste habe man an die Stadt Klötze weitergeleitet. Diese solle in den nächsten Monaten abgearbeitet werden. „Wenn wir es als Ortschaftsrat schaffen, eine Begehung zu machen, dann sollte das der Unterhaltungsverband auch hinkriegen“, meinte Kraskowski (Volksstimme berichtete).

Allen Pflichten nachgekommen

Von diesen Aussagen, wonach der Unterhaltungsverband seinen (angeblichen) Pflichten nicht nachkomme, zeigte sich Geschäftsführer Hagen Müller auf Nachfrage überrascht. Schriftlich teilte er der Volksstimme mit: „Herr Kraskowski liegt in seiner Annahme zu Pflichten und Aufgabenzuständigkeiten nicht richtig.“ Vielmehr obliege die Verkehrssicherungspflicht für Gehölze an Gewässern dem Eigentümer. Das schließe auch die Beseitigung von gefährdenden, trockenen Bäumen ein. „Eigentümer der Bäume an der Ohre in der Ortslage Steimke ist die Kommune“, stellte Müller klar. Zuständig sei also die Stadt Klötze.

„Der Unterhaltungsverband pflegt oder beseitigt Gehölze grundsätzlich nur so weit, wie dies für den Wasserabfluss erforderlich ist“, erklärte der Verbandsgeschäftsführer weiter. Dabei würden in das Gewässer gestürzte beziehungsweise die Durchführung der Unterhaltung behindernde Gehölze beseitigt. „Dies ist erst am 29. Oktober an der Ohre im Abschnitt Steimke/Jahrstedt letztmalig geschehen“, informierte Müller.

Kein Auftrag für Regenbeckenräumung

Bei der Gelegenheit äußerte sich der Verbandsgeschäftsführer auch gleich zu einer nochmaligen Räumung des Regenrückhaltebeckens in Kusey, um die Ortsbürgermeister Norbert Nieder bei der Sitzung des Ortschaftsrates am 26. Oktober gebeten hatte. Dazu stellte Müller fest: „Die Räumung des Beckens ist Aufgabe der Kommune.“ Diese habe den Unterhaltungsverband im Frühjahr gebeten, die Räumung vorzunehmen. „Das ist in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftshof auch erfolgt“, berichtete der Verbandsgeschäftsführer.

Einen weiteren Auftrag, der ja schließlich auch mit Kosten verbunden sei, habe die Stadt Klötze dem Unterhaltungsverband aber nicht erteilt. Hier handele es sich um ein Missverständnis zwischen Stadtverwaltung und Ortschaftsrat, weiß Hagen Müller.