Klötze l Die Schüler der beiden 9. Klassen waren am Dienstagmorgen ganz aufgeregt. In der Aula saßen sie einer von Jahr zu Jahr größer werdenden Schar von realen Arbeitgebern aus der Region gegenüber. Denn auch die Vertreter der Firmen, Verwaltungen und Institutionen müssen immer öfter neue Wege gehen, um ihre Lehrstellen mit geeigneten Bewerbern besetzen zu können.

Schulsozialarbeiterin Godela Schwerin bereitete diesen neunten Bewerbertag, eine „Erfindung“ der Sekundarschule, vor. Sie lud die Arbeitgeber entsprechend den Wünschen der Schüler ein. „Alle haben zugesagt“, freute sie sich. Mit dabei waren Vertreter der Immekather Gaststätte Zu den Linden, der Barmer, vom Autohaus Neuling, der Sparkasse Altmark West, vom DRK-Kinderheim in Apenburg, vom Hagebauzentrum in Salzwedel, der Milcherzeugergenossenschaft Klötze, Sozialcentrum Altmark (SCA), Amtsgericht Gardelegen, Malerbetrieb Philipp Klötze sowie von der Bundeswehr und der Polizei in Klötze.

Erzieher sind in, Friseure out

„Viele Schüler dieses Jahrgangs wollen Verkäufer werden, Erzieher, Mechatroniker oder in die Landwirtschaft gehen“, berichtete Godela Schwerin. Mit Dietlind Kreutz und Ralf Eickelkamp, Leiter des Amtsgerichts in Gardelegen, waren erstmals Vertreter der Justiz bei dem Bewerbertag in Klötze dabei. „Drei Schüler interessieren sich für die Berufe des Justizvollzugsbeamten und des Rechtspflegers“, begründete Schwerin. Gar nicht gefragt waren in diesem Jahr erstaunlicherweise Kosmetikerinnen und Friseure.

Schon seit November bereiteten sich die Schüler auf diesen Höhepunkt vor. Sie hörten bereits Vorträge von der Bundeswehr, der Handwerkskammer, der Barmer und der Agentur für Arbeit. Im Deutschunterricht befassten sie sich mit den Bewerbungsunterlagen. Sie lernten, wie sie sich für ein Bewerbungsgespräch kleiden sollten.

Schulleiterin Iris Jokisch fiel das ansehnliche Bild, das die Schüler in der Aula abgaben, gleich auf. Durch ihr Erscheinungsbild hätten sie schon einen tollen Eindruck hinterlassen. „Wir wollen Euch junge Leute hier in der Altmark halten“, betonte sie. „Das ist unheimlich wichtig.“ Um ihnen eventuell eine Ausbildung in der Heimat zu ermöglichen, gebe es diesen Bewerbertag. Das sei etwas ganz Besonderes. „Dabei könnt Ihr probieren, wie ein Bewerbungsgespräch abläuft, bevor es für Euch 2020 dann ernst wird.“

Für ein Bewerbungsgespräch mit Stabsfeldwebel Heike Jähnel und Oberstleutnant Andreas Kolitsch von der Bundeswehr hatte sich die 15-jährige Eriglesija Gjuci entschieden. „Ich möchte eine Ausbildung zur Büroangestellten machen“, erläuterte sie. Doch warum dann die Bundeswehr? „Weil es ein interessanter Arbeitgeber ist. Da bekomme ich viel von der Bundeswehr mit und kann gleichzeitig viele andere Berufe kennenlernen“, begründete Eriglesija.

Anders sieht es bei Eve-Pascal Schmedemann aus. Auch er erkundigte sich bei der Bundeswehr und verriet: „Erst mache ich meinen freiwilligen Wehrdienst, dann gucke ich weiter. Wenn, dann wäre für mich schon ein militärischer Beruf interessant.“

Zum Abschluss schätzte jeder Schüler seinen „Auftritt“ schriftlich ein. Auch die Arbeitgeber bewerteten das Auftreten der Schüler bei den Bewerbungsgesprächen. Für alle gab es zum Abschluss einen Imbiss. Auch den hatten Schüler selbst vorbereitet.