Klötze l Die Kisten stapeln sich im großen Raum im Obergeschoss: Dort, wo sonst Gruppen zu ihren Treffen zusammenkommen, lagern nun in unzähligen Kartons Bastelsachen wie Papier, Zweige, Eierpackungen und vieles andere mehr. Außerdem dient eine Ecke des Raumes in der Evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) in Klötze nun auch als Büro, wie Antje Kampe vom Leitungsteam der Einrichtung vor Ort erklärte. Das Zimmer, in dem bislang Schreibtisch und Computer standen, ist komplett leer geräumt. Ähnlich sieht es in anderen Räumen aus. Der Grund dafür sind die Umbauarbeiten, die am Montag in dem Gebäude gestartet wurden. Gut zwei Wochen sind für die Arbeiten, die mit viel Schmutz und Staub einhergehen, eingeplant. Solange gewerkelt wird, finden keine Angebote in der EFA statt.

Im Inneren der Einrichtung wird einiges umgestaltet und für andere Nutzungszwecke hergerichtet. Wände werden eingerissen und an anderer Stelle wieder neu hochgezogen. Eine wichtige Rolle spielt auch das Thema Brandschutz, wie Antje Kampe bei einem Rundgang über die Baustelle berichtete. So werden im Spitzboden, Treppenhaus und im Flur im Obergeschoss einige Arbeiten in dieser Richtung stattfinden.

Neue Schutztüren

Eingebaut werden unter anderem neue Schutztüren. „Die alten Türen kommen raus“, erklärte Antje Kampe im Eingangsbereich und meinte damit die Türen, die zu den Gruppenräumen im Erdgeschoss führen. Weil diese zu dünn seien, ließen sich nicht die Vorrichtungen anschrauben, die ein automatisches Schließen der Türen ermöglichen. Erneuert werden solle außerdem die Decke, die schicke Holztreppe dürfe aber stehen bleiben. Steigt man diese hinauf, gelangt man zum nächsten Umbau-Abschnitt. Der Raum, der bislang als Büro genutzt wurde, soll langfristig zum Lagerraum umfunktioniert werden. Geplant ist auch eine Vergrößerung, eine Wand soll versetzt und eine Brandschutztür eingebaut werden.

Ein ehemaliger Lagerraum im Erdgeschoss wird derzeit für das Prager Eltern-Kind-Programm (Pekip) umfunktioniert, erklärte Kampe. Den Gruppen stehe dann eine Fläche von fünf mal fünf Metern zur Verfügung. Die Heizungsanlage werde um ein Zimmer versetzt. Weiterhin würden im Haus neue Rauchmelder installiert, die mit einer Brandschutzanlage verbunden sind, die im Notfall Alarm auslösen soll. „Bisher hatten wir normale Rauchmelder angebracht und die Fluchtwege gekennzeichnet“, sagte Antje Kampe.

Am Anfang stand übrigens eine ganz andere Idee für einen Umbau der EFA. Überlegt wurde nämlich, den oberen Bereich des Gebäudes mit dem Garten zu verbinden. Dafür sollte eine Treppe gebaut werden. Fördermittel durch das Leader-Programm wurden beantragt. Nötig war auch ein Bauantrag und mit diesem die Prüfung des Brandschutzes in der EFA. So habe man sich dafür entschieden, sich erst einmal darum zu kümmern. „Das Leader-Projekt ist noch in der Schwebe“, sagte Antje Kampe und erklärte, dass es sich um zwei eigenständige Bauprojekte handelt. Zur Finanzierung der aktuellen Arbeiten sagte sie, dass die Gelder aus unterschiedlichen Töpfen stammen. Zu den Kosten wollte sie sich nicht äußern.

Wohl keine Einweihungsfeier

In den vergangenen Wochen sei durch das EFA-Team viel aus- und umgeräumt worden, um Platz für die Bauarbeiten zu schaffen. Freiwillige seien nicht um Hilfe gebeten worden, hätten aber bestimmt mit angepackt, war sich Antje Kampe sicher. Damit Kisten untergestellt werden konnten, wurde hinter dem Haus extra ein Gartenhäuschen aufgebaut, das als Lager genutzt wird. Das sei billiger gewesen als einen Container zu mieten. Wenn alles gut läuft, sollen die Arbeiten in zwei Wochen abgeschlossen sein. Dann soll ein eingeschränkter Betrieb in der EFA wieder möglich sein. Eine Einweihungsfeier nach dem Umbau wird es wohl nicht geben. Im kommenden Jahr steht das 25-jährige Jubiläum der EFA an, das gefeiert werden soll. Dann könnten sich Interessierte umschauen, so eine Idee.