Magdeburg/Oebisfelde l Das Vorhaben eines durch die Europäische Union anerkannten länderübergreifenden Biosphärenreservats Drömling führt nach Auffassung des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt in einem Schreiben der Landesgeschäftsstelle zu gravierenden Nachteilen für die Landwirte. Insbesondere die in dem Biosphären-Gebiet gelegenen landwirtschaftlichen Flächen litten in der Wettbewerbsfähigkeit am Agrarmarkt, kritisiert Christian Apprecht von der Landesgeschäftsstelle des Verbandes.

Als Grund für die ablehnende Haltung führt Apprecht nicht die Ausweisung des Biosphärenreservates an sich an, sondern er benennt die vorab geplante Ausdehnung und Verschärfung der bereits vorhandenen Schutzgebiete mit weiteren Auflagen. Es drängt sich für den Bauernverband der Eindruck auf, so Apprecht, dass die sonst untypischen Verschärfungen nur aufgrund der Ausweisung des Biosphärenreservates erfolgen.

Fortschreitende Extensivierung der Grünlandflächen, die Erhöhung der Grundwasserflurabstände und weitere Flachwasserzonen führen zu einem drastischen Wertverlust der Grundstücke, die zu einem übergroßen Teil im Eigentum der Einwohner der betroffenen Städte und Gemeinden liegen.

In dem Schreiben beklagt Apprecht, dass „schon jetzt die vor Ort wirtschaftenden Landwirte mit der Wiedervernässung von weiten Flächen des Drömling viele Grünland- und Ackerflächen nicht mehr ordentlich bewirtschaften können“. Mit den angedachten Verschärfungen wird die Grünlandbewirtschaftung noch weiter eingeschränkt. Das gefährdet die Futtergrundlage der milchviehhaltenden Betriebe, die im strukturschwachen ländlichen Raum als Nutztierhalter besonders für die Erhaltung von Arbeitsplätzen und Wertschöpfung einstehen wollen, so die Fortsetzung der Kritik. Ebenso wird mit der Ausdehnung der Landschaftsschutzgebiete landwirtschaftliches Bauen auch für die folgenden Generationen stark eingeschränkt, heißt es weiter in dem Apprecht-Schreiben.

In Nischenbereichen wird das Biosphärenreservat sicher auch zu positiven Effekten führen. Aber insgesamt betrachtet müsste die Landwirtschaft künftig noch mehr um ihr Einkommen ringen, befürchtet der Landesbauernverband.

Naturparkverwaltung weist auf Sachstand hin

Mit völligem Unverständnis auf dieses Schreiben reagierte am Dienstag der Leiter der Naturparkverwaltung Drömling in Oebisfelde, Fred Braumann. „Der aktuelle Entwicklungsstand ist ein völlig anderer, wie Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aikens im Verlauf der Drömlingskonferenz am Mittwoch, 3. Februar, in Calvörde öffentlich informierte“, klärt Braumann auf. „Es sind keine Flächenerweiterungen und zusätzliche Vernässungen vorgesehen. Das ist die Zusage des Ministers. Zudem waren die Landwirte immer mit im Informations- und Entscheidungsboot“, so Braumann.