Klötze l Hätten Sie gewusst, dass der Ursprung der Weihnachtspyramiden im Mittelalter liegt? Diese und andere interessante Fakten berichtete Carola Schmidt von der Ländlichen Erwachsenenbildung den Senioren in Klötze. „Bräuche von Oktober bis zirka Ende Februar sind mein Thema heute“, informierte sie.

Dazu zählte Carola Schmidt Halloween, auch „All Hallows‘ Eve“ genannt, also der Abend vor Allerheiligen. Dieses Brauchtum war ursprünglich besonders im katholischen Irland verbreitet. Irische Einwanderer nahmen den Brauch mit in die USA und schmückten ihn mit der Zeit mehr und mehr aus. In den 1990er Jahren schwappte die Halloween-Welle nach Europa herüber.

Interessant auch der Andreas-Tag am 30. November, dem Todestag des Apostel Andreas. Mehrere Bauernregeln deuten das Wetter an diesem Tag: „Andreas, hell und klar, verspricht ein gutes Jahr“, „Wenn es an Andreas schneit, der Schnee hundert Tage liegen bleibt“.

In ländlichen Gegenden wird auch der Brauch des Barbarazweigs gepflegt. Dabei werden am 4. Dezember, dem Gedenktag der Heiligen, Zweige von Obstbäumen geschnitten und in eine Vase gestellt. Sie sollen bis zum Heiligen Abend blühen und zum Weihnachtsfest die Wohnung schmücken.

Worauf geht es zurück?

Der Brauch geht auf eine Legende zurück, nach der Barbara auf dem Weg in das Gefängnis an einem Zweig hängenblieb. Sie stellte den Zweig in ein Gefäß mit Wasser, und er erblühte genau an dem Tag, an dem sie wegen ihres Glaubens das Martyrium erlitt. Angeblich bringt uns das Aufblühen Glück im kommenden Jahr.

„Interessant ist auch der Ursprung von Weihnachtspyramiden, Räuchermännchen und den Kugeln am Weihnachtsbaum“, sagte Carola Schmidt. Als Vorläufer der Pyramide gilt der Drehbaum, aufgehängte immergrüne Zweige, der Unheil abwenden sollte. Das Räuchermännchen sei dagegen eine Erfindung der erzgebirgischen Spielzeugmacher und wurde um 1830 zum ersten Mal erwähnt. Einer Legende nach hatte die Idee, bunte Kugeln aus Glas für den Weihnachsbaum herzustellen, ein armer Glasbläser aus Lauscha, der sich 1847 teure Walnüsse und Äpfel nicht leisten konnte.

Oder warum wird Silvester Fisch gegessen: „Je mehr Schuppen der Fisch hat, desto größer ist der zu erwartende Reichtum“, erklärte Carola Schmidt.

Von Weihnachten bis zum 6. Januar spielen dann die sogenannten Rauhnächte eine Rolle. Nach der Legende zogen sich die stürmischen Mächte der Mittwinterzeit in der Nacht zum 6. Januar zurück und begaben sich zur Ruhe. Diese Zeit sollte laut Bauernregeln das Wetter der bevorstehenden Monate anzeigen. Carola Schmidt ging auch auf die in der Region verbreitete Bärenleier zur Vertreibung des Winters ein.

Die Senioren fanden den Vortrag interessant. Sie treffen sich wieder am Dienstag, 11. Dezember, um 9.30 Uhr. Dann wird Erika Nix sie mit ihrem Akkordeon erfreuen.