Klötze l Über ein Budget in Höhe von insgesamt 14 921 Euro kann der Klötzer Ortschaftsrat im Jahr 2019 verfügen. Pro Einwohner gibt es 3 Euro, neu ist der zusätzliche Sockelbetrag in Höhe von 500 Euro. Zugute kommen soll das Geld Vereinen und Institutionen in der Ortschaft Klötze, zu der neben der Kernstadt auch der Ortsteil Nesenitz gehört. Und das Interesse ist groß, 15 Zuschuss-Anträge wurden eingereicht, wie aus dem Rathaus auf Nachfrage der Volksstimme mitgeteilt wurde. Als Stichtag für das Einreichen der Anträge ist der 31. Dezember gesetzt. Wer im Folgejahr von Zuschüssen profitieren möchte, muss diese Frist beachten.

Nicht ganz die Hälfte des Geldes haben die Mitglieder des Klötzer Ortschaftsrates bei ihrer Sitzung Ende März verteilt. Über sieben Anträge mit einem Gesamtwert von 6150 Euro wurde entschieden, wie aus dem Rathaus gut einen Monat später mitgeteilt wurde.

Demnach soll die Evangelische Familienbildungsstätte (EFA) in Klötze einen Zuschuss in Höhe von 3600 Euro erhalten. Verwendet werden soll das Geld für die Seniorenbetreuung in der Einrichtung sowie für eine technische Kraft. Deutlich geringer fallen die anderen Zuschüsse aus. Der Frauenchor Klötze erhält 350 Euro als Zuschuss für das 20. Frühlingssingen.

Für den Kleingartenverein „Feierabend I“ gibt es 600 Euro zum 40-jährigen Bestehen. Einen Zuschuss hatte auch der Kreissportbund Altmark West beim Klötzer Ortschaftsrat beantragt. Ausgerichtet werden soll die Landesmeisterschaft im Kraftdreikampf. Außerdem sollen neue Sportgeräte angeschafft werden, heißt es zum Verwendungszweck. Dafür gibt es 400 Euro vom Ortschaftsrat.

Etwas mehr erhält die Jagdhornbläsergruppe aus Klötze. 450 Euro beträgt der Zuschuss für die Nachwuchsarbeit sowie für den Kauf von Ausrüstung. Ein Meerwasser-Aquarium will der Klötzer Jugendklub Corner der Arbeiterwohlfahrt anschaffen. Den Kauf bezuschusst der Ortschaftsrat mit einer Summe von 500 Euro. Als letzter Punkt auf der Liste stehen 250 Euro, die die Ortschronisten für ihre Tätigkeit erhalten.

Zuhörer nicht erwünscht

Über die weiteren Anträge wurde noch nicht entschieden, wie aus dem Rathaus weiter mitgeteilt wurde. Über die Verteilung des restlichen Budgets sollen die Mitglieder des neuen Ortschaftsrates, der am 26. Mai gewählt wird, entscheiden. Abgelehnt worden sei bisher kein Antrag, wie es auf Nachfrage hieß. Sie seien aufgrund ihrer Dringlichkeit bedacht worden. Im Jahr 2018 sei das Budget übrigens bis auf einen Kleinstbetrag ausgeschöpft worden, informierte die Verwaltung.

In die Karten schauen lassen wollten sich die Mitglieder des Klötzer Ortschaftsrates bei der Vergabe der Zuschüsse nicht. Das erfolgte hinter verschlossenen Türen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Geplant war das so nicht, schließlich standen die Zuschuss-Anträge ursprünglich auf der Tagesordnung für den öffentlichen Teil der Sitzung.

2018 war es anders

Doch gleich zu Beginn stellte Klötzes Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt den Antrag, die Diskussion in den nicht öffentlichen Teil der Sitzung zu verschieben. Einen Grund dafür nannte er nicht. Die Runde stimmte mehrheitlich zu. Die Geschäftsordnung des Ortschaftsrates lässt einen solchen Ausschluss der Öffentlichkeit zu, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Im Jahr 2018 wurde noch im öffentlichen Teil der Sitzung über die Zuschüsse gesprochen. Damals räumte Hans-Jürgen Schmidt ein, dass laut Kommunalverfassungsgesetz eine öffentliche Beratung vorgesehen sei. In den Vorjahren sei das Thema immer nicht öffentlich behandelt worden. 2019 nun fiel das Gremium in das alte Muster zurück. Wer warum wieviel Geld bekommt, bleibt unklar.