Kusey l Ab 2020 wird es eine grenzüberschreitende Buslinie zwischen Salzwedel und Wolfsburg geben (Volksstimme berichtete). Für Wolfgang Mosel, der oft den Bus nutzt und für Die Linke im Salzwedeler Kreistag sowie im Klötzer Stadtrat sitzt, ist das eine gute Nachricht. Das machte er bei der jüngsten Sitzung des Kuseyer Ortschaftsrates, in dem er ebenfalls ein Mandat hat, deutlich. „Leider reduziert sich im Moment alles auf Kalbe. Es ist schade, dass der große Plan, der dahintersteht, nicht diskutiert wird“, äußerte sich Mosel.

Bürger haben sich eine Linie nach Wolfsburg g

Zum Hintergrund: Das Land Sachsen-Anhalt will sein Busnetz optimieren. In Zukunft soll es von der Altmark nicht nur nach Magdeburg, sondern auch in Richtung Niedersachsen gehen, und zwar ab August 2020. „Das ist das, was wir immer gewollt haben“, machte Mosel deutlich und bezog sich darauf, dass Wolfsburg mit seinen Einkaufsmöglichkeiten und Arbeitsplätzen das wichtigste Ziel in der Umgebung ist. Dazu soll die Linie 300 künftig auch Jahrstedt und Böckwitz bedienen, ohne den Schlenker über Oebisfelde machen zu müssen, wie Mosel wusste. Eine ergänzende Linie bedenkt auch das Gymnasium in Beetzendorf sowie das Ökodorf Sieben Linden bei Poppau. Endpunkt soll jeweils der Hauptbahnhof in Wolfsburg sein. Im Zuge dessen werden im Ökodorf und in Böckwitz neue Haltestellen entstehen. „Das ist eine Verbesserung“, stellte Mosel klar. „Wir profitieren davon“, sagte er.

Die Menschen in Kalbe sehen das jedoch anders, weil die Linie 100 von Salzwedel nach Magdeburg neu gestaltet und anstelle von Kalbe künftig Klötze anfahren soll. „Klötze wird das Drehkreuz“, brachte es Mosel auf den Punkt. Als Leidtragende fühlen sich die Kalbenser, die nun eine Verbindung von Kalbe zur B 71 nach Wiepke nutzen und dort in die Linie 100 einsteigen müssten.

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„Das ist schlecht“, räumte Mosel ein, hielt die Veränderungen aber für „vertretbar“, zumal das Umsteigen nur wenige Minuten dauern würde. Dass eine stündliche Expresslinie entlang der B 71 von Salzwedel nach Magdeburg – mit dem Bogen über Klötze – und zugleich auch eine Anbindung nach Wolfsburg geschaffen wird, empfindet er als Qualitätssteigerung. Außerdem seien die Umstellungen das Ergebnis von Fahrgastbefragungen, die seit 2016 stattgefunden hätten, wie Mosel erklärte.

Die Kalbenser hatten ihrem Unmut am 7. November bei einer Sondersitzung des Stadtrates Luft gemacht. Sie sehen sich durch den Wegfall der Linie 100 in Kalbe und der Anbindung an die Linie 300 in Klötze benachteiligt. Es wurde ein Schriftstück verfasst, in dem vorgeschlagen wird, dass Kalbe und Klötze im Wechsel angefahren werden.

Bitte um Sachlichkeit in Kalbe

Inzwischen hat der Kreis, der für den Busverkehr zuständig ist, auf die massiven Proteste aus Kalbe reagiert und prüft Alternativen. Der zum 1. Januar 2020 geplante Fahrplanwechsel für die Linie 100 wurde verworfen. Wolfgang Mosel hofft, dass dadurch nicht das gesamte Konstrukt ins Wanken gerät und rief die Kalbenser im Kuseyer Ortschaftsrat dazu auf, „sachlich zu bleiben“. Denn: „Wir haben alle was davon.“

Die Linie 100 sollte gestern Abend auch bei der Kreistagssitzung in Salzwedel ein Thema sein. Kalbes Ortsbürgermeister Heiko Gabriel, der sich an Verkehrsminister Thomas Webel gewandt hatte, rief seine Bürger zur Teilnahme auf.