Klötze l Als Hüter der Stadtgeschichte befassen sich die vier berufenen Klötzer Ortschronisten mit der Vergangenheit der Purnitzstadt. Bei ihrer Arbeit, die sich auf die Kernstadt Klötze beschränkt, richten Bernd Granzow, Reinhard Wegner, Ulrich Kipp und Dirk Spaehn den Blick aber auch in die Zukunft. Dabei stellen die Ehrenamtlichen sich die Frage, wie es mit der schon jetzt großen Sammlung alter Fotos, Dokumente und Gegenstände einmal weitergehen soll. Denn der Bestand wächst kontinuierlich, wie Reinhard Wegner kürzlich während der Sitzung des Klötzer Ortschaftsrates mitteilte.

Dort informierte er stellvertretend im Namen der Gruppe über die Arbeit der Ortschronisten und stellte fest, dass „auch immer wieder Stücke aus Papier oder Gegenstände von den Bürgern übergeben“ werden.

Deshalb müsse die Stadt entscheiden, wo die wachsende Sammlung in Zukunft untergebracht werden soll. „Wird eine Heimatstube angestrebt?“, lautete eine Frage in dem Bericht. Gedacht war sie als Denkanstoß und nicht als Forderung. Eine solche Heimatstube sei der „Maximalanspruch“ der Ortschronisten, erklärte Reinhard Wegner hinterher im Gespräch mit der Volksstimme den Gedanken der Gruppe. Anders ausgedrückt: Es wäre ihr größter Wunsch.

Derzeit steht ihnen für ihre Arbeit ein Raum im Obergeschoss der Klötzer Bibliothek an der Breiten Straße zur Verfügung. „Chronistenstübchen“ haben sie das Zimmer liebevoll getauft, das sie vor gut einem Jahr bezogen haben. Darin stehen unter anderem große Regale, die mit Unterlagen und Gegenständen gefüllt sind, außerdem gibt es einen Tisch, an dem man mit dem Laptop arbeiten kann. Der vorhandene Platz ist begrenzt. Und das Stübchen zu erreichen, das könnte für die Ehrenamtlichen in Zukunft vielleicht auch ein Problem werden. „Die Treppe in der Bibliothek hochsteigen, wird schwerer, wir werden alle älter“, sagte Reinhard Wegner. Drei der vier Chronisten sind im Rentenalter. Außerdem sind sie an die Öffnungszeiten der Bibliothek gebunden. Diese bleibt in den kommenden Wochen urlaubsbedingt geschlossen, und damit auch das Stübchen.

Ein ebenerdiges Objekt wäre vorteilhaft, so Wegner. Vielleicht lasse sich ja leerstehende Gewerbefläche nutzen, zum Beispiel in der Oebisfelder Straße, fuhr er fort. Ohne Sponsoren wird das aber nicht funktionieren.

Gehofft werde auf Unterstützung aus der Bevölkerung. Eine Idee wäre, dass ein Vermieter die Kaltmiete übernehmen könnte. Für die offenen Nebenkosten könnte eventuell die Stadt aufkommen, fasste Wegner eine mögliche Lösung zusammen. Am besten wäre es, wenn sich der zur Verfügung stehende Platz in einer künftigen Heimatstube im Vergleich zum Stübchen mindestens verdoppeln würde. Das kleine Stübchen könnte dann erwachsen werden, beschrieb Wegner bildhaft.

In den Räumlichkeiten würden die Ortschronisten nicht nur unter sich bleiben wollen. Teile der Sammlung könnte man dort für die Öffentlichkeit zugänglich machen, die Ausstellung könnten Ehrenamtliche betreuen. „Es geht ja auch um die nicht abheftbaren Sachzeugnisse wie Vereinsfahnen oder Schützenketten“, sagte Reinhard Wegner im Gespräch und ergänzte: „Außerdem geht es darum, permanent zu zeigen, was wir machen.“

Interesse der Bevölkerung besteht an der Arbeit der Orts­chronisten durchaus. In den vergangenen Monaten gab es mehrere Anfragen zu verschiedenen Themen der Klötzer Stadtgeschichte. „Es ist eine Idee der Ortschronisten für die Klötzer und die Gäste der Stadt“, unterstrich Reinhard Wegner den Denkanstoß in Sachen Heimatstube. Mit einer solchen ließe sich bestimmt eine touristische Anlaufstelle schaffen.