Klötze l Der Andrang nach den kostenfreien FFP2-Masken war auch in Klötze enorm. Am Dienstag und Mittwoch verteilten die Stadt- und die Altmark-Apotheke 3000 Stück. Eine genaue Abrechnung erfolgt Ende der Woche.

In der Altmark-Apotheke waren die diese hochwertigeren Masken schon Dienstagmittag vergriffen, sagte eine Mitarbeiterin auf Nachfrage der Volksstimme. Etwa 2000 Exemplare wurden an Menschen mit chronischen Krankheiten über 60 Jahre vergeben. „Aktuell haben wir keine Masken mehr. Wir warten jeden Tag auf neue Ware“, informierte die Mitarbeiterin. Inhaberin Grit Schönfisch hofft bereits am Donnerstag auf eine Lieferung von neuen Exemplaren, um der enormen Nachfrage aus der Bevölkerung auch gerecht zu werden.

In der Stadt-Apotheke von Christine Harms gab es am Mittwoch Nachmittag noch die wichtigen Masken von verschiedenen Lieferanten. Sie und ihre Mitarbeiter verteilten am Dienstag 1200 Exemplare. „Der Ansturm war extrem groß“, berichtet Christine Harms und ergänzt, dass die Apotheken mit dieser kostenlosen Aktion „überfahren wurden und auch zum Teil überfordert sind“, weil die Ausgabe des Mund-Nasen-Schutzes mit sehr viel Bürokratie verbunden ist. Sie selbst hat erst am vergangenen Donnerstag von dieser Aktion offiziell erfahren.

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Bevor die jeweiligen Personen in den Genuss von kostenfreien FFP2-Masken kommen, müssen sie einen Antrag ausfüllen und den in der jeweiligen Apotheke in Verbindung mit dem Personalausweis vorlegen. Erst dann gibt es die Schutzbedeckung. Doch bevor die Masken ausgereicht werden, müssen sie in den jeweiligen Apotheken von den Pharmazeuten noch in einer Dreiertüte abgepackt werden. Denn alle Lieferanten bieten Exemplare in Fünfer- oder Zehner-Packungen an. „Die müssen wir alle in eine Extrapackung mit drei Exemplaren noch umsortieren. Zudem muss auch ein Zettel mit der Herkunft der Maske in der Tüte vorhanden sein “, gibt Harms zu bedenken.

Antragsformulare liegen vor der Apotheke aus

So hat sie im Vorfeld nicht nur mit ihren Angestellten stundenlang Packungen aufgeschnitten und neu gepackt. Auch am Kopierer stand sie über einen langen Zeitraum und hat die Beipackzettel kopiert. Zudem muss sie über jede ausgegebene Packung auch ein Protokoll führen. Denn die Apotheken finanzieren die Masken vor und erhalten dann im Nachgang vom Bundes-Gesundheitsministerium das Geld zurück. Ein hoher bürokratischer und zeitlicher Aufwand. Aber auch ein finanzielles Wagnis.

Um den Zeitaufwand der Kunden bei der Abholung aus der Apotheke so gering wie möglich zu halten, hat Harms vor dem Haus ein Hinweisschild sowie einen Tisch mit einem Antragsformular ausgelegt. Dabei können die betreffenden Personen schon im Vorfeld den bürokratischen Akt erledigen. Dennoch müssen die Pharmazeuten oft noch nachbessern. Aber sie machen das für den Gesundheitsschutz der Betroffenen gerne.

Nachbestellung könnte schwierig werden

Auch am Mittwochwar die Nachfrage in der Stadt-Apotheke genauso riesig wie am Dienstag. Es war ein ständiges Kommen und Gehen. Ein Grund dafür ist auch, das zahlreiche ältere Personen aus dem Raum Beetzendorf zu ihr kamen, weil die dortige Apotheke am Mittwoch geschlossen war. „Das war deutlich zu merken“, betonte sie.

Christine Harms vermutet, dass sie und ihre Angestellten gestern genauso viele Masken verteilt haben, wie am Dienstag. Sie findet die Aktion gerade zum Schutz der Gesundheit bei älteren Menschen ausgezeichnet. Allerdings hätten die Apotheken besser und früher als bei diese Ausgabe informiert werden sollen.

Da sind die Pharmazeuten froh, dass die Bestellung der Masken in der Vorwoche doch noch so schnell funktioniert hat. Was die Nachbestellung betrifft, ist Christine Harms allerdings etwas skeptisch. Denn einige Lieferanten produzieren über die Feiertage nicht mehr oder haben bereits Betriebsferien. Zudem nehmen die Unternehmen keine Bestellung mehr an, antworten nicht mehr auf E-Mails oder gehen überhaupt nicht mehr ans Telefon.

Anfang 2021 soll es weitere solcher Masken-Ausgaben für Menschen über 60 Jahre mit chronischen Erkrankungen geben. Dann erhalten sie jeweils zweimal sechs Schutzmasken.

Schutz auf keinen Fall auswaschen

Einen Tipp hat die Klötzer Apothekerin noch. Die FFP2-Masken können nicht ausgewaschen und dürfen insgesamt nur 24 Stunden getragen werden. Um den Mund-Nasen-Schutz nach dem ersten Tragen dann wieder zu nutzen, empfehlen die Pharmazeuten, sie auf die Heizung zu legen.