Klötze l Der Klötzer Blumenhändler Heiko Behne musste mit dem verschärften Lockdown am 16. Dezember gleich 50 Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken. Seit dem Tag ist die Lage im Unternehmen angespannt. Bis auf einige Kunden im Großhandel sowie wenige Sträuße und Kränze für Beisetzungen ist der Handel fast vollständig zum Erliegen gekommen. „Während der verschärften Lockdown-Zeit haben wir bis zu 70 Prozent Umsatzeinbußen“, betonte der Geschäftsführer.

Da der Ausnahmezustand bis 15. Februar noch anhält, geht Behne auch das Valentinsgeschäft einen Tag zuvor komplett verloren. Zwar bietet der Unternehmer in seinen Geschäften, so auch in Klötze, einen kontaktlosen Verkauf von Blumen an. „Doch damit kann ich kein Geld verdienen. Dieser Service ist Kundenbetreuung, weil Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis stehen“, merkt der Blumenhändler an und rechnet vor: „Wenn ein Kunde einen Strauß für 15 Uhr bestellt, muss ich die Verkäuferin anrufen, sie muss zum Laden fahren und ich bringe die Blumen dorthin“, listet Heiko Behne auf.

Ein Blumengeschäft im Klötzer Einkaufszentrum am Hegefeld hat bereits vor der Jahreswende aufgegeben. In den Räumen hat jetzt eine Versicherung ihren Sitz. Heiko Behne vermutet, dass es, je länger der verschärfte Lockdown noch andauern wird, noch mehrere Einzelhändler treffen könnte. Damit kann er auch in Zukunft Kunden verlieren, weil es nach der aktuellen Geschäftsschließung den ein oder anderen Blumenladen nicht mehr geben könnte.

Gastronomen bekommen finanzielle Hilfen

Was das Thema Kurzarbeitergeld betrifft, muss Heiko Behne das Geld für seine Angestellten erst auslegen, bevor er es dann von der Agentur für Arbeit erhält. „Die Lage ist ernst, uns stehen düstere Zeiten bevor“, schaut der Geschäftsmann in die Zukunft.

Auf eine ungewisse Zeit blickt auch die Klötzer Friseurmeisterin Constanze Witte. Seit dem 16. Dezember ist ihr Geschäft geschlossen und ihre vier Angestellten sind in Kurzarbeit. „Wir haben am letzten Tag vor dem Lockdown noch bis in die späten Abendstunden gearbeitet“, blickt sie zurück. Wann sie ihr neues Geschäft wieder öffnen kann, ist ungewiss. Denn bis 14. Februar hält der verschärfte Lockdown an.

So lange muss sie erstmal noch finanziell durchhalten. Ihre Auszubildende bezahlt sie aus eigener Tasche. Da die junge Frau auch nicht im Geschäft arbeiten darf, bereitet sie sich daheim an einem Puppen-Übungskopf auf die Zwischenprüfung im Februar, falls die stattfindet, vor. Staatliche Hilfen bekommt Constanze Witte in dieser Lockdown-Phase nicht, wurde ihr mitgeteilt. Die 9 000 Euro hat sie im März 2020 erhalten, und die muss sie auch versteuern. Da sie gerade ihr neues Wohn- und Geschäftshaus bezogen und noch einen Kredit hat, den sie zwei Monate aussetzt, ist sie froh, dass ihr Mann voll im Job steht. Sie hofft, dass sie auch bald wieder arbeiten kann. Denn nach den dann zwei Monaten Pause wird der Kundenandrang riesig sein.

Bei den Gastronomen ist die Situation auch angespannt. Denn aktuell leben einige Restaurants nur vom Außer-Haus-Verkauf. Da sich die Umsätze in Grenzen halten, sind sie auf staatliche Unterstützung angewiesen, um weiter liquide zu bleiben. „Wir haben im November und Dezember die Hälfte der angekündigten finanziellen 75-Prozent--Hilfen erhalten. Das hilft uns sehr weiter“, merkte Christel Zeitz vom Gasthof Zu den Linden in Immekath an. Ihre Angestellten musste sie in Kurzarbeit schicken. Ihren Auszubildenden hat sie kurz nach der Lehre verloren. Zum Glück würden viele Kunden das Außer-Haus-Angebot annehmen.