Klötze l Die ab heute geltende Maskenpflicht trifft den überwiegenden Teil der Einwohner in der Einheitsgemeinde Klötze überraschend. Denn sie besitzen noch keinen Mund-Nasen-Schutz und werden ein Exemplar in den kommenden Tagen in der Kernstadt auch nur schwer bekommen.

Christine Harms, Inhaberin der Klötzer Stadtapotheke, versucht seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Mundschutzmasken über den Großhandel zu kaufen. Bislang war der Erfolg sehr gering. Vereinzelt gab es mal einige Schutzmasken. Doch seit Wochen beliefert der Großhandel ihre Apotheke nur mit sehr wenigen Exemplaren oder storniert ihre Bestellung komplett. Zudem erhielt das Haus einige selbst genähte Baumwollmasken von der Evangelischen Familienbildungsstätte (EFA), die in Zusammenarbeit mit der Jungen Gemeinschaft Altmark angefertigt worden waren. „Es waren einige Masken, die aber nicht für die Bevölkerung ausreichen. Wir haben die Masken gegen eine Spende angeboten. Aktuell haben wir in der Apotheke aber keine Mundschutzmasken mehr“, merkte Christine Harms an.

Apotheken haben aktuell keine Masken

Auch in der zweiten Klötzer Apotheke an der Hagenstraße sind keine Mundschutzmasken vorhanden und nach Auskunft einer Mitarbeiterin werden sie auch in Zukunft keine Masken verkaufen.

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Auch das Klötzer Rathaus hat keine von den 150 jüngst gespendeten Baumwollmasken der Familie Pham mehr. Dennoch rät Stadt-Bürgermeister Uwe Bartels allen Einwohnern, die Mundschutzpflicht ernst zu nehmen und sich daran strickt zu halten. „Auch wenn ein Einwohner nicht im Besitz einer Mund-Nasen-Schutzmaske ist, sollte er eine Möglichkeit finden, einen Schutz zu tragen. Schals und Tücher sind laut Vorschrift auch zum Schutz der anderen Menschen in dieser Coronakrise erlaubt“, betont Uwe Bartels. Die städtischen Angestellten, ob im Rathaus oder in den anderen Einrichtungen wie Bibliothek und Kindertagesstätten sowie der Stadtwirtschaf hat der Bürgermeister über die Mundschutzpflicht ab heute schriftlich informiert. „Im Rathaus ist es noch nicht vorgeschrieben, weil die Angestellten in Einzelzimmern arbeiten. Aber in den anderen Bereichen, wie in der Stadtwirtschaft, schon. Jeder Einwohner sollte sich individuell um eine Mundschutzmaske kümmern“, fordert der Bürgermeister.

Er rät den Bürgern, bei Familie Pham selbst in dem Geschäft an der Oebisfelder Straße nach einer Maske nachzufragen. Oder auch selbst eine anzufertigen, so lange es noch Engpässe gibt.

Angestellte geben wertvolle Tipps

In der Apotheke von Christine Harms versucht die Inhaberin, nach Möglichkeiten auf irgendeine Art den fragenden Kunden mit einem schützenden Exemplar zu helfen. Denn fast im Minutentakt klingt seit Wochenanfang das Telefon in der Apotheke, und die Frage ist immer dieselbe: „Haben sie Mundschutzmasken?“ Und die Antwort lautet immer: „Nein.“

„Das ist für uns schon eine Belastung“, gesteht Christine Harms ein. Doch an einer Lösung tüftelt sie mit ihren Angestellten, und vielleicht fällt ihnen zum Thema Mundschutzmaske noch etwas ein. Dennoch geben sie und ihre Mitarbeiter den Kunden immer kleine Tipps, wie sich die Menschen in der Corona-Krise verhalten und auch schützen können. So unter anderem mit einem Tuch vor Mund und Nase und vor allem ständig mehrfach am Tag das Gesicht und die Hände mit Seife mindestens 30 Sekunden waschen.

Mit dem Krisenmanagement des Altmarkkreises ist das Klötzer Stadtoberhaupt aber sehr zufrieden. „Die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt des Altmarkkreises sowie dem Landrat ist gut. Wir werden regelmäßig informiert und es gibt auch Telefonkonferenzen“, lobt Uwe Bartels. Dass der Altmarkkreis die Lage im Griff hat, zeigen auch die aktuell „nur“ 30 Corona-Infizierten, so der Bürgermeister. Zudem würde auch das Fieberzentrum ausgezeichnet arbeiten.

Dennoch gibt es bei der Verteilung der Mundschutzmasken vom Landes-Sozialministerium für die Pflegeheime in der Region Klötze noch Probleme. Sie sind nach Volksstimme-Recherchen zum Teil nicht ausreichend mit klassifizierten FFP-Atemschutzmasken ausgestattet. Dennoch haben sich die Geschäftsführungen der jeweiligen Einrichtungen eigenständig um Maskenschutz für ihre Pflegekräfte gekümmert.