Leader-Projekt

Der Klötzer Weg zum Fördergeld in der nächsten Periode ist noch nicht entschieden

Das Leader-Förderprogramm bleibt weiter ein Thema in der Stadt Klötze. Ob es in der bisherigen Aktionsgruppe „Rund um den Drömling“ weitergeht, ist unklar.

Von Tobias Roitsch 02.06.2021, 05:00
Durch das Leader-Programm fließen Fördermittel in die Stadt Klötze. Wird diese in Zukunft weiter in der Lokalen Aktionsgruppe ?Rund um den Drömling? mitarbeiten?
Durch das Leader-Programm fließen Fördermittel in die Stadt Klötze. Wird diese in Zukunft weiter in der Lokalen Aktionsgruppe ?Rund um den Drömling? mitarbeiten? Foto: Tobias Roitsch

Klötze - Rund eine halbe Million Euro an Fördermitteln flossen zwischen 2014 und 2020 durch das Leader-Programm der Europäischen Union in die Einheitsgemeinde Stadt Klötze. Und auch andere Städte und Verbandsgemeinden, die wie Klötze der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Rund um den Drömling“ angehören, profitierten von finanziellen Zuschüssen.

Nach dem Ende der Förderperiode von 2014 bis 2020 muss das Programm nun auf neue Füße gestellt werden. Dabei steht die Stadt Klötze an einem Scheideweg: Wird sie in Zukunft weiter der LAG „Rund um den Drömling“ angehören oder sich einer neuen großen Aktionsgruppe innerhalb der Grenzen des Altmarkkreises anschließen?

Für welche Variante man sich entscheiden wird, ist bislang unklar, während der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses gab es keine Empfehlung. Im Gegenteil: Das Thema wurde schließlich von der Tagesordnung gestrichen. Den Antrag dafür hatte Henry Hartmann (CDU) gestellt, die Mehrheit der Mitglieder des Gremiums stimmte dafür.

Denn sie sahen weiteren Gesprächsbedarf, nachdem es eine überraschende Wendung gab. Für Verwunderung hatte bei der Zusammenkunft die Information des stellvertretenden Klötzer Einheitsgemeinde-Bürgermeisters Matthias Reps gesorgt, dass die Gemeinde Calvörde sowie die Stadt Oebisfelde-Weferlingen sich in Zukunft wohl nicht mehr an einer Aktionsgruppe außerhalb der Grenzen des Landkreises Börde beteiligen wollen.

Kontakt zu den Partnern suchen

Das habe der Vorsitzende der LAG „Rund um den Drömling“, Gerhard Reinecke, dem Landrat des Altmarkkreises, Michael Ziche, mitgeteilt. Diese Information wollte er nun an den Hauptausschuss weitergeben, sagte Matthias Reps.

Bisher hatte es Signale gegeben, dass die Aktionsgruppe weitergeführt werden könnte. Vor gut einem Monat hatten die Verantwortlichen der LAG im Klötzer Stadtrat noch für den Erhalt der bisherigen Strukturen der Aktionsgruppe geworben (Volksstimme berichtete).

In der Diskussion im Hauptausschuss wurde deutlich, dass viele Mitglieder des Gremiums die bewährten Strukturen der LAG „Rund um den Drömling“ nicht einfach aufgeben wollen. Es sei ein wichtiges Thema, sagte Jörg Kägebein (SPD). Er gewinne den Eindruck, dass bereits eine Entscheidung getroffen wurde, obwohl man noch in der Findungsphase sei, so Kägebein. „Es geht um unser Territorium und um die Einheit des Drömlings“, ergänzte er. In der nächsten Sitzung des Klötzer Stadtrates eine endgültige Entscheidung treffen zu müssen, damit fühle er sich überfordert, so Kägebein.

Dass die Klötzer Verwaltung noch einmal das Gespräch mit den Verantwortlichen in Calvörde und Oebisfelde suchen sollte, regte Joachim Klabis (Die Linke) an.

Wurde nur überDritte kommuniziert?

Mehrere Veranstaltungen zum Thema Leader habe Marco Wille (UWG) besucht, wie er mitteilte. Dabei sei auch der Vorschlag gemacht worden, dass sich Calvörde und Oebisfelde-Weferlingen einem möglichen Altmark-Fördergebiet anschließen könnten. Das hätten beide abgelehnt. Klötze werde wohl in die Altmarkkreis-Aktionsgruppe gehen und seine „Hausaufgaben“ machen müssen, so Wille. Zu klären sei, was sie mit dem Leader-Programm bewirken möchten. Wille wollte wissen, ob es bereits persönliche Gespräche zwischen den Verwaltungen gegeben habe oder ob nur über Dritte kommuniziert worden sei. Matthias Reps teilte mit, dass er mit dem Bürgermeister von Oebisfelde-Weferlingen, Hans-Werner Kraul, gesprochen und ihn gefragt habe, ob Oebisfelde weiter in der LAG bleiben möchte. Kraul bestätigte der Volksstimme, dass Oebisfelde für den Erhalt der LAG „Rund um den Drömling“ kämpfen wolle (siehe Beitrag unten).

In Klötze habe man sich bislang für keine der zwei Varianten entschieden und sich beide Vorschläge angehört, fuhr Reps fort. Von den neuen Entwicklungen sei man überrascht. Reps kündigte an, Gespräche mit Calvörde und Oebisfelde führen zu wollen.