Feuerwehrzusammenschluss

Die Dönitzer Feuerwehr möchte so lange wie möglich eigenständig bleiben

Für die umliegenden Feuerwehren soll in Immekath ein gemeinsamer Standort gebildet werden. Die Dönitzer Feuerwehr will ihre Eigenständigkeit aber längstmöglich behalten. Auch das Verbot, Veranstaltungen zu organisieren, wollen die Kameraden durch Vereinsgründung oder -beitritt umgehen.

Von Markus Schulze
Wie lange wird das Gerätehaus in Dönitz noch gebraucht? In Immekath soll ein gemeinsamer Standort für umliegende Feuerwehren entstehen. Die Kameraden aus Dönitz wollen ihre Eigenständigkeit aber so lange wie möglich behalten.
Wie lange wird das Gerätehaus in Dönitz noch gebraucht? In Immekath soll ein gemeinsamer Standort für umliegende Feuerwehren entstehen. Die Kameraden aus Dönitz wollen ihre Eigenständigkeit aber so lange wie möglich behalten. Foto: Markus Schulze

Dönitz - Eigentlich hätte die Dönitzer Feuerwehr 2019 ihr 85-jähriges Bestehen feiern können. Tat sie aber nicht. Stattdessen wollten die Kameraden bis Sommer 2020 warten. Dann nämlich sollte das 600-jährige Dorf-Jubiläum stattfinden. Die Corona-Pandemie machte aber alle Pläne zunichte. Die Feierlichkeiten wurden auf 2021 verschoben, wobei darauf geachtet werden sollte, dass es keine Terminüberschneidung mit dem Drömlingsfest in Oebisfelde und dem Feuerwehrfest in Röwitz gibt.

Aller Voraussicht nach wird es aber auch 2021 kein Fest in Dönitz geben. „Stand heute brauchen wir nichts anzumelden. Die Unsicherheit, die sich durch Corona ergibt, ist zu groß“, teilte Ortsbürgermeister Matthias Licht im Ortschaftsrat mit. Nun soll für 2022 ein neuer Anlauf genommen werden, allerdings im kleineren Rahmen, wie Licht ankündigte.

Wehren sollen keine Feste mehr organisieren

Ob die Feuerwehr dann noch in die Vorbereitung und Durchführung involviert werden kann? Der Ortsbürgermeister erinnerte an das Schreiben der Stadt Klötze, wonach die Feuerwehren nicht mehr als Organisator von Veranstaltungen in Erscheinung treten sollen. Bei der Dönitzer Feuerwehr gebe es aber Überlegungen, wie man sich trotzdem weiter einbringen kann.

Nähere Angaben machte Ortswehrleiter Thorsten Rose. Demnach hätten sich die Kameraden entschieden, einen neuen Verein zu gründen oder sich einem bereits existierenden Verein anzuschließen. „Dann sind wir im Hintergrund mit dabei, aber nicht in der ersten Reihe“, wie Rose erklärte.

Beitritt zu Vereinen

Eine Variante wäre, dem Verein „Jeetze-Union“ beizutreten, bekannt vom Himmelfahrts-Ausschank in Altferchau. Eine andere Möglichkeit wäre es, sich dem Heimatverein Dönitz anzuschließen. Der war 2004 gegründet worden, um das frühere Trafohäuschen zu einem Glockenturm umzubauen, was längst geschehen ist. Allerdings war den Teilnehmern der Ratssitzung unklar, ob der Heimatverein noch besteht.

Rose kündigte Gespräche mit den Vereinen an, um herauszufinden, ob sich die Ziele decken. „Es sollte ein Verein sein, der für den ganzen Ort da ist“ und beispielsweise die Wanderungen durchführt, unabhängig von der Feuerwehr. Laut Rose sollte auch darauf geachtet werden, dass in einem kleinen Ort wie Dönitz nicht zwei Vereine nebeneinander existieren.

Noch genügend Aktive in der Wehr

Keine Option, so machte der Wehrleiter deutlich, sei es, einen Förderverein zu gründen. Das hänge damit zusammen, „weil wir nicht wissen, wie es mit der Feuerwehr weitergeht“. Hintergrund: In Immekath soll ein gemeinsamer Feuerwehr-Standort mit Dönitz, Ristedt und eben Immekath gebildet werden. „Langfristig wird es wohl dazu kommen“, prognostizierte Matthias Licht. Derzeit habe die Dönitzer Feuerwehr aber noch genug Aktive, um eigenständig zu bleiben.

Diese Eigenständigkeit, so hieß es im Ortschaftsrat, solle so lange wie möglich bewahrt werden. Die Frage sei auch, wie viele Kameraden es in ein paar Jahren noch gebe beziehungsweise bereit seien, nach Immekath zu gehen? Derzeit, so wurde betont, sei ein Wechsel nach Immekath nicht gewollt, „schon gar nicht mit Hurra“.

Thorsten Rose, Wehrleiter von Dönitz.
Thorsten Rose, Wehrleiter von Dönitz.
Foto: Markus Schulze