Quarnebeck l Ein langer Tag lag hinter den Quarnebeckern, als sie am Sonntagabend gegen 19.20 Uhr in ihrem Dorf aus dem Reisebus stiegen. Um 7 Uhr waren sie dort am Morgen losgefahren. Das Ziel: Das Gelände der Landesgartenschau in Burg. Doch nach mehr als zwölf Stunden und vielen Kilometern im Bus strahlten die Gesichter der Frauen, Männer und Jugendlichen abends über beide Ohren: So groß war die Freude über den Sieg, den ihr Ort beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Landesebene errungen hat. Bei der Landesgartenschau gab es die Auszeichnung in Gold für die Altmärker.

In Burg wurden die Ergebnisse des Wettbewerbs bekanntgegeben. Gemeinsam mit zwölf anderen Orten aus Sachsen-Anhalt war Quarnebeck im Rennen. Im Juni hatte eine Bewertungskommission alle Dörfer bereist und Punkte vergeben. Quarnebeck scheint bei der Jury besonders Eindruck gemacht zu haben. Ebenfalls Gold gab es für Schleberoda im Burgenlandkreis. Damit einher geht die Teilnahme am Bundeswettbewerb.

In die Verlängerung

Ohne Erwartungen sei man nach Burg gefahren und schließlich als Sieger nach Hause zurückgekehrt, sagte Ortsbürgermeister Marco Wille am Sonntagabend im Gespräch mit der Volksstimme. In der Sandstraße wurde der Sieg noch ein bisschen gefeiert. „Wir hatten eigentlich schon für uns gewonnen, durch das Projekt“, so Wille weiter. „Das Projekt hat uns doll nach vorne gebracht.“ Begonnen habe alles Anfang 2017, als die Vorbereitungen für den Wettbewerb, damals noch auf Kreisebene, starteten. Eine Arbeitsgruppe wurde ins Leben gerufen, wie sich Wille erinnerte. Der Zusammenhalt im Dorf sei gewachsen, die Gemeinschaft gestärkt worden. Nach der Einführung des eigenen Quarnebecker Wappens habe das Wir-Gefühl zugenommen.

Mit dem Erfolg im Landeswettbewerb gehe man nun in die Verlängerung. „Wir fahren nach Berlin“, freute sich Wille. Eine weitere Begehung einer Bewertungskommission werde es geben. Wird man dieser Neues zeigen? „Der Arbeitskreis wird tagen und gemeinsam mit den Bürgern neue Ideen sammeln“, blickte Marco Wille voraus. Man habe sich noch nicht explizit mit den nächsten Schritten beschäftigt, sondern wolle einen nach dem anderen machen.

Vielfaches Lob

Wichtig sei es für ihn, die bisherigen Ansätze an alle Ortschaften in der Umgebung weiterzugeben. „Der Erfolg gibt uns Recht. Kleine Dörfer auf dem Land haben keinen Grund sich zu verstecken“, sagte Wille. Bundesweit wolle man sich jetzt präsentieren und zeigen, dass es gute Ortschaften in der Altmark gibt.

Gemeinsames Abendessen

Mit der Teilnahme am Landeswettbewerb sei für die Quarnebecker auch klar gewesen, dass man zur Siegerehrung fahren wird. Insgesamt 41 Reisende saßen im Bus nach Burg, darunter auch Vertreter aus dem Nachbarort Wenze. Mitgereist war auch der Bürgermeister der Stadt Klötze, Uwe Bartels. Er stand gemeinsam mit einigen Quarnebeckern auf der Bühne, als Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert die Auszeichnung überreichte. In der Laudatio wurde Quarnebeck vielfach gelobt. Erwähnt wurde unter anderem die Junge Gemeinschaft Altmark, die das Musikfestival „Roq keeps equality“ organisiert und Zukunftsperspektiven im Kreis aufzeige. Eindruck machten offenbar auch die Klönbänke, die als Treffpunkte dienen und an mehreren Stellen im Ort stehen. Gedacht werde in dem Ort auch an die Natur: Auf Wiesen, die nicht gemäht werden dürfen, fänden Bienen Nahrung. Es sei die Summe aus kleinen und großen Ideen, die Quarnebeck besonders machen würden.

Auf dem Heimweg hielt die Delegation in Mieste an, um sich bei einem gemeinsamen Abendessen über die Erlebnisse des Tages auszutauschen und „die Gläschen klingen zu lassen“, wie Marco Wille sagte.

Erste Glückwünsche

Erste Reaktionen auf den Erfolg der Quarnebecker gab es am Montag schon. Landrat Michael Ziche freue sich sehr, dass ein Dorf aus dem Altmarkkreis gewonnen hat, wie es in einer Pressemitteilung hieß. „Quarnebeck ist wirklich ein außergewöhnliches Dorf. Schmucke Häuser, lebendige Traditionen und vor allem sehr aktive Menschen, die mit Leib und Seele für ihr Dorf eintreten und an neuen, frischen Ideen für eine zukunftsfähige Dorfentwicklung interessiert sind. Ich beglückwünsche alle Beteiligten und Engagierten auf das Herzlichste und drücke die Daumen für den Bundeswettbewerb“, wird Ziche zitiert.

Der Bundesausscheid findet 2019 statt. Die Siegerehrung erfolgt 2020 bei der Grünen Woche in Berlin.