Richtfest für Erweiterungsbau des Beetzendorfer SCA-Seniorenheimes gefeiert / Arbeiten sollen bis Ende Oktober abgeschlossen sein

Ein Prost auf das Heim der vierten Generation

Von Walter Mogk

Der Erweiterungsbau des Beetzendorfer SCA-Seniorenheimes An den Kastanien liegt voll im Zeitplan. Am Donnerstag wurde Richtfest gefeiert. Spätestens Ende Oktober soll alles fertig sein. Lediglich der Ausbau des benachbarten Charlottenstifts dauert noch etwas länger.

Beetzendorf. Seit Ende November entsteht auf dem Gebäude des Beetzendorfer Seniorenheimes An den Kastanien ein zweites Obergeschoss, in dem Platz für Menschen mit fortgeschrittener Demenz geschaffen werden soll. Donnerstagnachmittag wurde Richtfest gefeiert, zu dem die Geschäftsführerin des Klötzer Sozialcentrums Altmark (SCA), Bärbel Müller, neben Bewohnern und Mitarbeitern des Heimes sowie den am Bau beteiligten Arbeitern auch Landrat Michael Ziche, Beetzendorfs Bürgermeister Heinrich Schmauch und andere Ehrengäste begrüßen konnte.

Mit mehreren Hammerschlägen trieb die Bauherrin nach altem Brauch den letzten Nagel ins Gebälk. Die Zimmerer baten um Gottes Segen für den neuen Bau und ließen nach einem Schluck auf das Wohl des Hauses ein Glas in die Tiefe fallen. Glaubt man der alten Überlieferung, so wird aufgrund der Scherben das Glück dem Bauwerk hold sein.

Bis Ende Oktober sollen nun die Arbeiten im Inneren abgeschlossen sein und der Erweiterungsbau in Betrieb genommen werden. In dem neuen Stockwerk werden 21 Heimplätze zur Verfügung stehen, die analog zu den übrigen Bereichen des Hauses in Hausgemeinschaften zu je zehn Personen zusammengefasst sind. "Damit entsteht ein Altenheim der vierten Generation", erläuterte Planer Frank Wernstedt. Sechs Hausgemeinschaften, eine Art Senioren-WG, wird das Heim am Ende aufweisen. Für dieses Ziel wurden auch die bereits vorhandenen 40 Plätze umgebaut, an der Ostseite die Gemeinschaftsräume vergrößert und auf beiden Etagen an der Nordseite neue errichtet. Im Westen des Gebäudes entstand mittig ein weiterer Aufzugstrakt.

"Ab dem 1. November werden wir bereits Kurzzeitpflege bis zu 28 Tagen zu besonderen Konditionen anbieten können", informierte Bärbel Müller. Die Geschäftsführerin bedankte sich vor allem bei den ehrenamtlichen Helfern, die sich während der Bauphase mit den Heimbewohnern beschäftigen. Denn die Arbeiten finden tagsüber bei laufendem Betrieb statt, was naturgemäß zu Einschränkungen und Beeinträchtigungen im Heimalltag führt.

Insgesamt investiert das SCA in das Vorhaben zirka drei Millionen Euro. 340000 Euro davon kommen aus Fördermitteln der ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne". Dazu kommen Mittel aus einem Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Charlottenstift-Fassade erhält Original-Antlitz

Landrat Michael Ziche gratulierte dem Sozialzentrum zu seiner betrieblichen Strategie. "Klein und fein gegründet habt ihr euch immer am Bedarf orientiert und seid mit der Zeit stark und stabil gewachsen", lobte er. Nach der Sozialstation und dem betreuten Wohnen komme nun das Pflegeheim und die Betreuung Demenzkranker als weiteres Standbein hinzu. "Das ist der Markt der Zukunft. Denn in wenigen Jahren werden zwei Drittel der Menschen deutlich älter als 60 Jahre sein. Für die brauchen wir die entsprechende Infrastruktur", erklärte Ziche. Er sei froh, dass in Beetzendorf ein solches Niveau erreicht worden sei, dass man sich im Heim wie zu Hause fühlt. "Das konnte ich bei meinen Besuchen und Gesprächen immer wieder erleben", so der Landrat.

Für Bürgermeister Heinrich Schmauch ist das Seniorenheim ein Glücksfall. "Wir waren Geburtshelfer des Hauses und haben es nie bereut. Als Gemeinde sorgen wir für das Umfeld, damit die Heimbewohner sich in Beetzendorf problemlos bewegen können", erklärte er.

Neben der Fertigstellung des Erweiterungsbaus steht in den nächsten Wochen auch der weitere Umbau des benachbarten Charlottenstiftes auf dem Programm. Hier hatten sich die Arbeiten durch die verspätete Baugenehmigung etwas verzögert, so dass mit einer Fertigstellung im Dezember gerechnet wird. Im Inneren entsteht eine Seniorenwohnanlage mit neun Wohnungen und Gemeinschaftsräumen. Zudem wird die Fassade des 1891 erbauten Hauses originalgetreu wiederhergestellt. "Mit dem alten Schriftzug, wie er früher zu sehen war", versprach Bärbel Müller.