Corona-TestPflicht

Eltern gegen das Testen ihrer Kinder

Mit Plakaten wie "Hände weg von unseren Kindern" protestieren Eltern am Rathaus in Klötze gegen die Corona-Testpflicht an Schulen.

Von Henning Lehmann

Klötze. Die Plakatierung vor dem Klötzer Rathaus war über das Osterwochenende das Thema in der Einheitsgemeinde. Mehrere Eltern fordern von der Stadtverwaltung, dass ihre Kinder in den städtischen Einrichtungen, wie den Kindertagesstätten und Grundschulen, nicht auf Corona getestet werden. Nach Volksstimme-Recherchen fühlen sich die betroffenen Eltern in dieser Sache nicht ernst genommen. Da es bislang zwischen den jungen Eltern und der Stadtverwaltung keine Gespräche zu dem Test-Thema gab, wählten einige engagierte Eltern, die sich um die Gesundheit ihrer Mädchen und Jungen große Sorgen machen, diese Form des Protests vor dem Klötzer Rathaus.

Die Plakatierung mit Aufschriften wie „Hände weg von unseren Kindern“ und „Wir wollen Freiheit für unsere Kinder“ sowie mit dem Aufstellen von Kinderschuhen vor dem Rathaus verbreitete sich am Karfreitag in der Region wie ein Lauffeuer. Auch in den sozialen Medien erhielten die Initiatoren Unterstützung für ihre nicht alltägliche Aktion.

Allerdings können einige Einwohner den Protest nicht ganz nachvollziehen, denn auch Kinder und Jugendliche sind von der aktuellen Corona-Pandemie betroffen und es geht um die Gesundheit aller Menschen, sagten zwei Anrufer gestern am Volksstimme-Lesertelefon.

Abstrichpflicht gibt es in den Einrichtungen nicht

Wie eine betroffene Familie gegenüber der Volksstimme besorgt zu Protokoll gab, haben die Kinder mittlerweile regelrecht Angst, in die Einrichtungen zu gehen, weil sie dort getestet werden. „Für die Mädchen und Jungen sind die Abstriche im Nasenraum mit Schmerzen und auch lauten Schreien verbunden“, betonte ein Vater. Er und seine Frau fühlen sich, wie auch andere Eltern, von der Politik zu diesem sensiblen Thema nicht ernst genommen. Er erwartet, wie auch die anderen protestierenden Eltern, künftig Gesprächsbereitschaft auch von den Verantwortlichen aus dem Klötzer Rathaus, wie das Problem in Zukunft gemeinsam gelöst werden kann.

Im Rathaus wurde der Protest am Haupteingang, zu dem seit Tagen über soziale Medien bundesweit unter dem Motto „Aktion Kinderschuhe“ aufgerufen wurde, wahrgenommen. Auf Nachfrage sagte Hauptamtsleiter Matthias Reps, der auch Vize-Bürgermeister der Einheitsgemeinde ist, dass er persönlich den Groll einiger Eltern bezüglich der Schließung von Kindertagesstätten und Schulen verstehen kann. Denn schließlich würden die Kleinsten in der Gesellschaft am meisten und besonders unter dem Pandemiealltag leiden, so Reps.

„Der Aufruf vor dem Rathaus richtet sich vermutlich indirekt gegen die Maßnahmen der Landesregierung, die von der Stadt Klötze ausführend umzusetzen sind“, merkte der Hauptamtsleiter an. Wie er darüber hinaus informierte, haben die Grundschulen der Einheitsgemeinde bereits vor Ostern ihre Tests erhalten. Seit dem gestrigen Dienstag erhalten neben dem erzieherischen und pädagogischen Personal auch die Kinder, vorbehaltlich der Zustimmung und Durchführung durch ihre Eltern, die Möglichkeit, sich testen zu lassen. „Eine Pflicht zum Test gibt es nicht. Auch wird nicht durch das Personal getestet“, stellte Matthias Reps sehr deutlich klar. Dem Klötzer Hauptamtsleiter sei allerdings nicht bekannt, wer die Initiatoren der Klötzer Aktion vom Osterwochenende vor dem Rathaus sind.