Kunrau l Der massive Bürgerprotest gegen die Erdgas-Aufsuchungserlaubnis für das „Feld Kunrau“ war anscheinend von Erfolg gekrönt. Wie Christfried Lenz von der Bürgerinitiative (BI) Saubere Umwelt und Energie Altmark mitteilte, ist die BI nun zufällig auf eine entsprechende Nachricht gestoßen, die bereits mehr als ein Jahr alt ist. So heißt es im Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes vom 14. Juli 2016, dass Gaz de France – inzwischen umbenannt in Engie – die Aufsuchungserlaubnis nicht in Anspruch nimmt und am 25. Mai 2016 zurückgegeben hat. Zur Erinnerung: Das Landesbergamt (LAGB) hatte Gaz de France die Erlaubnis erteilt, in einem 328 Quadratkilometer großen Gebiet in der südlichen Altmark einschließlich großer Teile des Naturparks Drömling nach Erdgas zu suchen. Als dies bekannt wurde, schlugen die Wogen der Empörung hoch: In drei großen Bürgerversammlungen zwischen Oktober 2014 und April 2015 in Kusey, Köckte und Quarnebeck verwahrten sich die Altmärker „gegen neue Erdgassonden vor unserer Haustür“. Landrat Michael Ziche und einige Landespolitiker, wie zum Beispiel Dorothea Frederking (Grüne), unterstützten das Aufbegehren.

Dieses, so entsinnt sich Christfried Lenz, fand am 14. Juni 2015 in der „Drömlings-Karawane“ seinen Höhepunkt. 200 Teilnehmer demonstrierten damals in Kunrau zu Fuß, auf dem Fahrrad oder hoch zu Ross gegen die Pläne. Der Tenor damals lautete: „Dies ist unser Land. Hier bestimmen wir, was geschieht und was nicht!“ Ein knappes Jahr später gab Engie die Aufsuchungserlaubnis zurück. Nach Ansicht von Christfried Lenz wird das Unternehmen „bestimmt niemals zugeben“, dass es das wegen des Protestes der Bevölkerung getan hat. „Braucht es auch nicht! Entscheidend ist, dass geschah, was die Bevölkerung forderte. Wenn der Protest durch weitere Umstände begünstigt wurde: umso besser! Die Erdgasförderung ist ein Auslauf- und kein Ausweitungsmodell“, wie der BI-Sprecher meint.

Erinnerung auf der Bühne

Dass die Bevölkerung mit ihren „lebensbejahenden Forderungen gegen die da oben erfolgreich war“ soll nun am kommenden Sonntag, 27. August, im Rahmen des Schlossfestes in Kunrau gefeiert werden, wie Christfried Lenz ankündigt. Demnach bekommt die BI die Bühne zwischen 13 und 14 Uhr für eine Viertelstunde zur Verfügung gestellt. Mit einem Tusch auf dem Jagdhorn wird BI-Mitglied Ernst Allhoff für Aufmerksamkeit sorgen und dann die Erinnerung an die Drömlings-Karawane aufleben lassen. „Besonders“, so Lenz, „freuen wir uns auf den Redebeitrag, zu dem sich Dorothea Frederking bereit erklärt hat.“

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