Bauvorhaben der Maharishi-Weltfriedensstiftung existieren weiter nur auf dem Papier

Erholungskomplex und Turm bleiben Luftschlösser

Oebisfelde l Im Frühjahr 2003 wurde in Oebisfelde ein Friedenspalast eröffnet und gleichzeitig die Maharishi-Weltfriedensstiftung gegründet. Seit dieser Zeit machen die Maharishi-Anhänger vor allem mit spektakulären Bauprojekten auf sich aufmerksam.

Die spektakulären Bauvorhaben existieren allerdings nur auf dem Papier, und das seit mittlerweile sieben Jahren. Es wird mit großer Sicherheit noch ein weiteres Jahr hinzukommen, da Aktivitäten, eines der Vorhaben in die Tat umzusetzen, nicht auszumachen sind. Dazu erklärte Oebisfeldes Bauamtsleiter Uwe Dietz: "Es gibt keine Neuigkeiten seitens der Projekte der Maharishi-Weltfriedensstiftung zu vermelden - weder beim Bau des Erholungskomplexes, noch beim Errichten des 54 Meter hohen Aussichtsturmes. "

2006 machten die Maharishi-Jünger mit dem Plan zum Bau einer Universität auf sich aufmerksam. Als die Uni vom Land Sachsen-Anhalt ebenso abgelehnt wurde wie eine "vedische Hochschule", holten die Maharishi-Männer Plan C aus der Schublade - der Bau eines Erholungskomplexes. Das sogenannte ayurveda Gesundheitszentrum soll mit 210 ­Gästebetten und 10 Suiten mit je einem Bett für sehr wichtige Personen (englisch VIP) ausgestattet werden. Außerdem sollen für die Dozenten Wohnhäuser gebaut werden. Für dieses Projekt erhielten die Bauherren grünes Licht vom Oebisfelder Stadtrat.

Nicht über Erdarbeitenhinausgekommen

Gebaut werden soll auf einer Fläche, die östlich vor dem Friedenspalast, der zu DDR-Zeiten eine Kaserne der Grenztruppen war, liegt und von der Stiftung gekauft wurde. Es begannen auch Erdarbeiten. Mittlerweile ist das Gelände aber wieder zugewachsen.

Dafür wartete die Maharishi-Truppe 2009 mit einem weiteren Bau-Projekt auf - einem 54 Meter hohen Turm im Eingangsbereich des noch zu bauenden Erholungskomplexes. Als "Turm der Unbesiegbarkeit" betitelte Emanuel Schiffgens, Kurator der Weltfriedensstiftung, dieses fast schon utopisch anmutende Bauwerk.

Kaum vorstellbar niedrig muten hingegen die Baukosten für den Turmbau zu Oebisfelde an. Denn das 13-Stockwerke-Bauwerk soll laut Schiffgens für nur drei Millionen Euro hochgezogen werden. Den Abschluss des Turmes soll übrigens eine Kuppel bilden, in der ein Planetarium untergebracht ist.

Finanziert werden soll das Turmspektakel vor allem aus Spenden und wenn möglich aus Fördermitteln. Unklar ist allerdings, ob das Fördergeld aus Landes-, Bundes oder EU-Töpfen fließen soll. Unklar ist ebenfalls, ob die Weltfriedensstiftung überhaupt einen Fördermittelantrag gestellt hat. Schiffgens war gestern jedenfalls für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.