Böckwitz l Es geht voran im Böckwitzer Museumsverein. Am 24. November 2019 hatte sich ein neuer Vorstand gebildet.

„Freut uns total, dass die Butze wieder voll ist“, sagte Vorsitzende Verena Treichel beim Blick in den prall gefüllten Versammlungsraum. Mitglieder und Interessenten sollten über den aktuellen Stand der Dinge informiert werden. Demnach, so berichtete Beisitzer Nico Ludwig, habe bei zwei Treffen zwischen dem alten und neuen Vorstand die Übergabe stattgefunden. Dazu gehörten etliche Unterlagen und „sehr viele Schlüssel“.

Verwundert sei man über die Aussage von Stadt Klötze und Ortschaftsrat Jahrstedt, dass der Verein für 2019 keine Zuwendungen erhalte. Das Museum sei zwar offiziell geschlossen gewesen, dennoch habe man mehr als 600 Besucher gehabt, erinnerte Ex-Vorsitzende Ingrid Schumann. „Die Aussage, hier hätte nichts stattgefunden, ist falsch“, resümierte Nico Ludwig. Nun sei daran aber nichts mehr zu ändern, die Gelder seien verteilt. Letztlich sei es ein Kommunikationsproblem gewesen.

Laut Kassenwartin Inga Ludwig befänden sich auf den Konten derzeit etwa 3000 Euro. „Damit sollten wir 2020 einigermaßen überbrücken können.“

„Bis zur Saisoneröffnung werden wir hier WLAN haben.“

Michael Sperling

Verena Treichel berichtete, nun auch Online-Banking betreiben zu können, dass die Umschreibung im Vereinsregister vorangetrieben werde und dass man sich eine Internet-Domain mit dem Schlagwort „Grenzenlosmuseum“ gesichert habe. Ohnehin wolle der Verein für die interne und externe Kommunikation viel mehr die modernen Medien nutzen. „Bis zur Eröffnung am 19. April werden wir hier WLAN haben“, kündigte Beisitzer Michael Sperling an. Überhaupt, so fügte Nico Ludwig hinzu, werde Technik benötigt, sei es Internet oder ein Beamer.

Weiterhin erwähnte Sperling, dass mit Grundstückseigentümerin Astrid Heers ein langfristiger Pachtvertrag über 25 Jahre geschlossen werden solle. „Wir sind da auf einem guten Weg.“

Verena Treichel bedauerte, dass es verpasst worden sei, die Frist für den Freistellungsbescheid zu verlängern. Somit könnten Spenden zwar angenommen, aber dafür erst ab 2021 Quittungen ausgestellt werden.

Bei vielen Exponaten, die in Böckwitz ausgestellt werden, handelt sich um Leihgaben aus Brome, die einen gewissen Wert hätten und versichert werden müssen, erklärte die Vorsitzende. Hierzu habe es mit dem Leiter des Bromer Burgmuseums, Dr. Florian Westphal, eine Absprache gegeben. Mittelfristig werde eine Kooperation angestrebt. Überhaupt sei es wichtig, Netzwerke mit anderen Sehenswürdigkeiten in der Region aufzubauen. „Unser aller Anliegen ist es doch, zu zeigen, wie schön es hier ist“, betonte die Vorsitzende.

„Es wäre eine Schande, wenn man den Bauerngarten abschafft.“

Ingrid Schumann

Saisonauftakt soll erst nach Ostern, am 19. April, sein, verriet Verena Treichel. Um bis dahin alles in Schuss zu bringen, sind für den 21. März und 18. April zwei Arbeitseinsätze geplant. Bis Oktober solle das Museum immer sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet sein. Gesucht werden mindestens zwei Leute, die auf- und zuschließen. Veranstaltungen seien am Tag des offenen Denkmals (13. September) und am Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) geplant.

Sperling appellierte daran, sich nicht zu viel Arbeit aufzubürden, um sich die Freude am Museum zu bewahren.

Vor der Versammlung waren Steckbriefe verteilt worden. Daraus ist ersichtlich, wer spezielle Neigungen oder Fähigkeiten besitzt. Eventuell könnten gewisse Reparaturen dann selbst erledigt werden.

Die Auswertung der Steckbriefe ergab außerdem, dass es manche Bereiche im Museum gibt, die nicht mehr sonderlich erwünscht sind, darunter der Bauerngarten und die landwirtschaftliche Ausstellung. „Es wäre eine Schande, wenn man den Bauerngarten abschafft“, konterte Ingrid Schumann. Dafür wären aber Anschaffungen notwendig, etwa eine elektrische Heckenschere.

Im Folgenden wurden vier Arbeitsgruppen gebildet. Erstens: Touren. Hier geht es um Radtouren, Wanderungen und das Grüne Band. Zweitens: Museum. Hierzu gehören die Ausstellungen, aber auch der Grenzlehrpfad, der von der Stadtwirtschaft gepflegt wird. Drittens: Backhaus und Bauerngarten. Renate Bartels lobte das Ambiente vom Backhaus. „Da fühlt man sich wie in der guten Stube.“ Viertens: Archivierung. Hierzu zähle, eine Inventarliste zu erstellen, Unterlagen zu digitalisieren, aber auch mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen.