Klötze l Zum ersten Mal seit dem Stadtrat am 4. März hat am Donnerstagabend in Klötze wieder eine öffentliche politische Sitzung stattgefunden. Der Hauptausschuss traf sich im Rathaus. Der Zutritt erfolgte dabei wie immer durch den Hintereingang. Wer die Tür öffnete, erblickte zunächst die Verwaltungsmitarbeiter Kerstin Lilienthal und Matthias Reps, die dezent auf einen Tisch vor ihnen hinwiesen. Darauf lag zum einen eine Liste, auf der jeder seinen Namen und weitere persönliche Daten eintragen sollte. Außerdem stand Desinfektionsmittel bereit. Die Hereinkommenden machten davon artig Gebrauch.

Auf die übliche Begrüßung wurde verzichtet. Der Reflex, jemandem die Hand zu geben, war nur bei wenigen zu beobachten – und blieb dann auch sofort im Ansatz stecken. Als ob sich in diesem Moment eine innere Stimme gemeldet hätte: „Nein, das soll man doch nicht.“

Oben im großen Ratssaal hielten die Anwesenden die gebotene Distanz. Mindestens ein Stuhl wurde freigelassen. Es gab keine direkten Sitznachbarn.

„Wir haben auf die Abstandsregelung geachtet“, sagte Bürgermeister Uwe Bartels. Er erinnerte daran, dass Hauptausschuss und Stadtrat zuletzt ausgefallen waren und berichtete, dass es im Altmarkkreis zurzeit 33 Infizierte gibt, wovon 32 wieder genesen sind. Die vergleichsweise geringe Zahl führte Bartels auf die recht geringe Einwohnerdichte zurück. „Die hat dazu beigetragen, dass wir von der Pandemie nicht so stark betroffen sind.“

Froh zeigte er sich darüber, dass die Feuerwehren von Einsätzen zuletzt eher verschont geblieben sind. Die Ortswehren haben allesamt Kisten mit jeweils 50 Schutzmasken erhalten.

Dank an die Bevölkerung

Lobend hob der Bürgermeister hervor, dass dem Ordnungsamt am Himmelfahrtstag nichts Nennenswertes aufgefallen war. „Dank an die Bevölkerung für die Vernunft.“

Ansonsten gibt es immer mehr Lockerungen. Die Bibliothek ist unter Auflagen wieder geöffnet; Sportplätze können auf Antrag wieder genutzt werden, nannte Bartels zwei Beispiele.

Der Hauptausschuss dauerte länger als anderthalb Stunden. Vor allem zu den Freibädern gab es erheblichen Redebedarf (Bericht dazu folgt). Kurz vor dem Ende der Sitzung meldete sich noch Steimkes Ortsbürgermeister Frank Kraskowski zu Wort. Er regte vor den Räten noch an, die Gelegenheit zu nutzen und sich bei allen zu bedanken, die sich in den vergangenen Wochen freiwillig „aufgeopfert“ haben. Seien es Lehrer, Nachbarschaftshelfer oder jene, die Masken genäht haben.

Und das war sie dann auch schon, die erste öffentliche Sitzung seit insgesamt zwölf Wochen. Eine Sitzung, die vom ganzen Drum und Dran ein bisschen anders war als gewohnt. Geprägt von den Corona-Regeln.