Problemstau

Ex-Stadtwehrleiter kritisiert mangelnde Unterstützung von der Klötzer Stadtverwaltung

Die Brandbekämpfer aus der Stadt Klötze sind unzufrieden. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Klötze läuft nicht gut, hatte Ortswehrleiter Matthias Veit im Stadtrat mitgeteilt. Im Gespräch mit der Volksstimme erklärte er, wo aus Sicht der Wehren die Probleme liegen.

Von Tobias Roitsch 01.07.2021, 05:00
Neue Atemgeräte müssen für die Feuerwehren in der Stadt Klötze beschafft werden. Das ist eines der Themen, die  die Brandbekämpfer umtreiben.
Neue Atemgeräte müssen für die Feuerwehren in der Stadt Klötze beschafft werden. Das ist eines der Themen, die die Brandbekämpfer umtreiben. Foto: Tobias Roitsch

Klötze - Deutliche Kritik an der Verwaltung übte der Leiter der Klötzer Ortsfeuerwehr, Matthias Veit, kürzlich im Klötzer Stadtrat. Die Feuerwehren hätten ihre Hausaufgaben gemacht, wie er in seiner Wortmeldung betonte. Demnach hätten die Brandbekämpfer ihren Haushalt bereits seit Monaten fertig, aber darauf noch keine Antwort von der Stadt erhalten. Das wirke sich auf Beschaffungen für die Brandbekämpfer aus.

„Wir sollten bis Oktober 2020 den Haushalt für die Feuerwehren fertig haben“, erklärte Matthias Veit nun im Gespräch mit der Volksstimme. Dabei ging er auf die Hintergründe seiner Wortmeldung im Stadtrat ein. In das Zahlenwerk seien alle „Baustellen“, die es bei der Feuerwehr gibt, aufgenommen worden. Als Beispiel nannte Matthias Veit die Feuerwehrgerätehäuser in der Einheitsgemeinde Stadt Klötze. Einige der Gebäude hätten eine Renovierung, einige teilweise sogar eine Sanierung nötig, wie es hieß. Der Zustand der insgesamt 15 Gerätehäuser sei auch mit Fotos dokumentiert worden. Drei Wochen Arbeit hätten Kameraden dafür investiert und jedem Gebäude einen Besuch abgestattet. Geld in die Häuser zu investieren, das sei die Idee der Brandbekämpfer gewesen.

Doch bis Ende Januar habe keine Diskussion der Verwaltung mit dem Stadtwehrleiter zum Thema Haushalt stattgefunden, sagte Matthias Veit. Er war bis zum 31. Januar selbst Stadtwehrleiter, dann trat er von dem Posten zurück. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung klappte nicht (siehe Infokasten). „Irgendwann musst du einen Schlussstrich ziehen“, begründete er seine Entscheidung von damals. Bereut habe er es bislang noch nicht, kein Stadtwehrleiter mehr zu sein, so Veit. Nun trete er als Klötzer Ortswehrleiter auf und könne dabei sogar etwas kritischer sein.

Interesse für Probleme zeigen und zuhören

In den Ortsfeuerwehren macht man sich aber nicht nur über den Zustand der Gebäude Gedanken. Auch fehlende Atemschutztechnik treibt die Kameraden um. Eigentlich sollten Atemschutzgeräte, die speziell ausgebildete Brandbekämpfer benötigen, wenn sie im Einsatz zum Beispiel in brennende Häuser gehen, erneuert werden. Doch ohne Haushalt der Stadt, der noch nicht beschlossen ist, könnten die Geräte nicht beschafft werden. Mittlerweile würden 16 neue Exemplare benötigt, um den Bestand an Atemgeräten, von denen es in der Einheitsgemeinde 115 Stück gibt, halten zu können. Die Technik, zu der neben einer Sauerstoffflasche auch ein Träger, ein Lungenautomat und ein Druckminderer gehören, sei teuer. Masken für das Gesicht müssten extra beschafft werden. Für einige Exemplare der Atemgeräte laufe nun die Prüffrist ab, neue Teile seien für ältere Modelle in Zukunft nicht mehr erhältlich. Deswegen sollte eigentlich auf neue Technik umgestellt werden.

Doch was tun, wenn das nicht möglich ist? „Wir haben zwar Geräte auf den Fahrzeugen, aber keine zum Üben und für die Ausbildung“, machte Matthias Veit deutlich. Werde ein Gerät benutzt, sorge das anschließend für reichlich Arbeit. Es müsse nach dem Einsatz gewaschen, desinfiziert, geprüft und die Sauerstoffflaschen wieder gefüllt werden. Früher hätte man das in Ruhe erledigen können, nun müsse das gleich passieren. Eine Möglichkeit wäre vielleicht, Geräte von kleineren Ortsfeuerwehren aus der Stadt abzuziehen, die keine aktiven Atemschutzgeräteträger mehr in ihren Reihen haben. Doch davon hält Veit nichts, wie er sagte: „Ich bin kein Freund davon, anderen etwas wegzunehmen.“ Wie solle man so die Leute motivieren, sich weiter in der Feuerwehr zu engagieren? sagte der Wehrleiter.

Und schnell zu bekommen sind neue Atemgeräte ebenfalls nicht, sie würden nur auf Bestellung hergestellt, wie es hieß. Dauern könne das zwischen zwölf und 24 Wochen.

Über diese und andere Themen hätten die Feuerwehrleute aus der Einheitsgemeinde bereits zweimal mit den Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates im November und März bei Versammlungen gesprochen. Scheinbar ohne Erfolg. Mittlerweile würden sich die Probleme stauen. „Ich erwarte keine Wunder, aber kleine Schritte“, sagte Veit.

Die Verantwortlichen sollten Interesse für die angesprochenen Probleme zeigen, das Gespräch suchen und zuhören, wie es hieß.