Klötze l Wenn eine Pappel krank ist, helfen keine Pillen. Dann kommt der freundliche Mann mit der Kettensäge und aus ist die Maus. Schon am frühen Morgen bekamen die Anwohner in der Geschwister-Scholl-Straße am Mittwoch die Kettensägen zu hören. Mit schwerer Technik waren fünf Mitarbeiter einer Firma aus Kalbe eingetroffen. Im Schlepptau hatten sie eine Hebebühne, einen Rückezug und einen riesigen Autodrehkran.

„37 Pappeln, genauer gesagt Pyramidenpappeln werden wir fällen“, kündigte Vorarbeiter Danny Koch an. „Die sind innen alle verfault und hohl.“

Die Pyramidenpappel, auch Säulenpappel, Spitzpappel oder Italienische Pappel genannt, ist eine Form der Schwarz-Pappel und in Europa weit verbreitet. Sie wächst sehr schnell, wird aber auch genauso schnell krank und damit zu einer Gefahr für die Allgemeinheit.

Die Pappeln am Stadion sind bereits rund 50 Jahre alt. Die meisten stehen an der Seite zur Geschwister-Scholl-Straße hin, ein Drittel wächst zwischen dem oberen und dem unteren Sportplatz.

Vor 15 Jahren geköpft

„Vor zirka 15 Jahren sind die Pappeln schon einmal geköpft worden“, berichtete der Vorarbeiter. „An dem riesigen Auswuchs danach kann man deutlich erkennen, wie schnell Pappeln wachsen.“ Doch das ist nun vorbei.

Mit einer Hebebühne fuhr ein Mitarbeiter in die Krone der Bäume. Dort befestigte er zwei Ketten, die an dem Kranhaken hingen. Danach sägte Danny Koch mit seiner Motorkettensäge zunächst einen Keil in den Stamm, bevor er ihn komplett vom Stumpf trennte. Wie in Zeitlupe hob der Kran den abgesägten Baum Zentimeter um Zentimeter an und schwenkte ihn auf die Straße. Dort ist er ebenso langsam abgelegt worden. Andere Mitarbeiter sägten die Pappeln in Abschnitte, damit sie auf den Anhänger eines Rückezuges verladen werden konnten. Um die sechs Tonnen wog eine Pappel am Haken des Krans im Durchschnitt. Stand der Kran am richtigen Platz, dauerte es keine drei Minuten, bis die Pappel am Haken hing.

50 Tonnen kann der Kran heben. 40 Meter ist sein ausgefahrener Ausleger lang.

Die Holzabschnitte sind auf den Zinnberg gefahren und gelagert worden. Dort werden die Bäume geschreddert und es wird Energieholz daraus gemacht. Danny Koch: „Geplant ist, Donnerstagabend fertig zu werden. Aber vielleicht brauche wir noch den Freitag.“