Klötze l Sie ist so etwas wie die Shoppingmeile in der Klötzer Innenstadt: In der Oebisfelder Straße gibt es einige Geschäfte und Dienstleister. So ist der Bereich zwischen der Kreuzung Bahnhofstraße/Breite Straße und der Einmündung zur Neustädter Straße täglich das Ziel zahlreicher Purnitzstädter und Besucher, die etwas einkaufen oder erledigen möchten. Wer mit dem Auto kommt, stellt dieses nicht selten auch in der Oebisfelder Straße ab. Doch das Parken ist dort eigentlich nicht erlaubt. Gemäß der Straßenverkehrsordnung wäre das nämlich nur auf eigens dafür gekennzeichneten Flächen möglich. Denn bei dem Straßen-Abschnitt handelt es sich um einen „verkehrsberuhigten Bereich“. Die blauen Schilder mit den spielenden Kindern darauf, die am Anfang und Ende aufgestellt sind, machen darauf aufmerksam. In einer solchen „Spielstraße“ gelten für Autofahrer und Fußgänger besondere Regeln, die beachtet werden müssen.

Autos gezählt

Die Tatsache, dass so mancher Fahrzeugführer das Parkverbot ignoriert, beschäftigte auch die Mitglieder des Klötzer Ortschaftsrates bei der jüngsten Sitzung des Gremiums im Rathaus. „Wir machen uns als Räte in Klötze lächerlich“, fand Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt deutliche Worte, als er das Thema in der Runde zur Sprache brachte. Er habe sich die Mühe gemacht und an einigen Tagen mal nachgezählt, wie viele Autos in der Oebisfelder Straße parkten. Mal waren es zehn, an einem anderen Tag 18 und einmal sogar 21 Autos, berichtete Schmidt. Man lasse sich in Klötze „verarschen“, lautete das Fazit des Ortsbürgermeisters. „In der Spielstraße ist das Parken verboten“, unterstrich er.

Doch nicht nur in der Oebisfelder Straße sorgen abgestellte Fahrzeuge für Unmut. Als weitere Beispiele brachte Uwe Witte (CDU) die Salzwedeler Straße sowie den Bereich Am Kapellenberg in die Diskussion ein. Der Bürgermeister, so blickte Witte zurück, hätte früher versprochen, dass Politessen sich um Falschparker kümmern sollen. Bis jetzt sei das aber noch nicht passiert. „Man lernt nur, wenn man ein Knöllchen dran hat“, sagte Uwe Witte. Er gab auch zu bedenken, dass der Brandschutz immer am wichtigsten ist. Die Feuerwehr müsse mit ihren Fahrzeugen an den Einsatzort gelangen können. Durch die parkenden Autos sei das nicht immer gegeben.

Keine Ausnahmen beim Martinimarkt

Dafür, dass auch beim Martinimarkt keine Ausnahmen für Falschparker gemacht werden, sprach sich Bernd Unruh (SPD) aus. So etwas gebe es schließlich auch nicht bei größeren Veranstaltungen in anderen Städten. Als Beispiel nannte er die Metropole Hamburg, wo die Autofahrer fürs Falschparken bezahlen müssten.

Ob denn einer der beiden neuen Sachbearbeiter, die kürzlich ihren Dienst im Klötzer Rathaus aufgenommen haben, auch das Ordnungsamt unterstützt und nach Falschparkern sucht, wollte Norbert Schulz (SPD) während der Sitzung wissen. „Das kann ich nicht sagen“, antwortete Hans-Jürgen Schmidt. Diskutiert wurde über das Thema auch in der jüngsten Sitzung des Klötzer Stadtrates. Marco Wille (UWG) sprach sich gegen ein generelles Parkverbot in der Oebisfelder Straße aus und regte an, das Kurzzeitparken zu ermöglichen. „Wir sind in der Pflicht, die Gewerbetreibenden zu unterstützen“, sagte Wille. Uwe Witte schloss sich dieser Meinung an.