Klötze l Fast bis zur letzten Stufe muss Antje Kampe die Leiter hinaufsteigen, um an die bunten Wasserbälle zu gelangen. Diese liegen hoch oben auf zwei Stangen an der Wand. Das spart Platz im „Delfi“-Raum in der Evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) in Klötze. „Vorher lagen die Bälle in Kisten, die auf dem Boden standen“, erklärte EFA-Leiterin Antje Kampe im Gespräch mit der Volksstimme. Angebracht wurde der Ballhalter an der Wand während der coronabedingten Schließung des Hauses. Und auch an anderen Stellen wurde fleißig gewerkelt.

Alle Veranstaltungen und Treffen fielen in der EFA in den vergangenen Wochen aus. So auch die „Delfi“-Kurse – der Begriff setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Worte Denken, Entwickeln, Lieben, Fühlen, Individuell zusammen. Gedacht ist das Angebot für Kinder ab einem Alter von acht Wochen bis zum ersten Geburtstag. Es wird gesungen, gespielt, die Mütter können sich bei den Treffen untereinander austauschen, erklärte Antje Kampe. Maximal acht Mamas, ihre Babys und Antje Kampe als Leiterin kommen bei den Treffen zusammen. Erlaubt wäre das momentan nicht.

Dünneres Programmheft

In Sachsen-Anhalt werden nach und nach weitere Corona-Beschränkungen gelockert – ab kommenden Donnerstag ist zum Beispiel der Besuch von Kinos und Schwimmbädern wieder erlaubt. Die Liste mit den Lockerungen ist lang. Doch Einrichtungen wie die Klötzer EFA profitieren davon noch nicht. „Wir warten auf die nächste Verordnung vom Land“, sagte Antje Kampe.

Bilder

Die Vorbereitungen für die mögliche Wiedereröffnung laufen derzeit. Einmalhandtücher, Seife und Desinfektionsmittel, das schwer zu bekommen sei, werden besorgt. Aktuell arbeitet die Leiterin am neuen Programmheft für August und September. „Normalerweise gilt es für vier Monate“, erinnerte sie. Aufgrund der aktuellen Situation seien Planungen schwierig. Das Heft für Mai bis August entfällt. Termine für ein mögliches Sommerferienprogramm werde man wohl nur auf der Internetseite veröffentlichen. Schließlich sei es eine Kostenfrage, ob man ein Programmheft mit Terminen drucken lässt, die vielleicht nicht stattfinden können.

Mit den Honorarkräften, die Kurse in der EFA anbieten, stehe sie in Kontakt, sagte Kampe. Für Familienzentren gebe es noch keine Vorgaben, die Leiterin schaue deshalb, welche Regelungen es in anderen Bundesländern gibt. „Man muss warten können“, sagte Antje Kampe mit Blick auf die derzeitige Situation. Informationen zum aktuellen Stand der Dinge erhalte die Leiterin von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Familie, die für die Familienbildungsstätten im Land mit dem Sozialministerium spreche. „Was das Land nicht vorgibt, können wir auch nicht umsetzen“, so Kampe.

Rund 1100 Masken verteilt

Auch wenn in den vergangenen Wochen keine kleinen und großen Besucher in die Einrichtung kommen konnten, so war in der EFA doch einiges los. „Es war anders als gewohnt, doch es ging weiter.“ Eingerichtet wurde das neue Büro im Obergeschoss, das alte soll nach der Krise zum Lagerraum umfunktioniert werden. Spielsachen wie Rasselraupen aus Blechdeckeln für Babys wurden gebastelt und das Holzhäuschen im Garten, in dem Spielgeräte liegen, wurde abgeschliffen und erhielt hinterher einen frischen Anstrich. Weiterhin überprüfte man, ob noch alle Spiele vollständig sind.

Unter dem Motto „Wir bleiben gesund“ steht die Mund- und Nasenschutz-Nähaktion, die in Zusammenarbeit mit der Jungen Gemeinschaft Altmark erfolgt. Bis heute wurden bereits rund 1100 von ehrenamtlichen Helfern genähte Masken in der EFA verteilt. In der Einrichtung nahm das Team etwa die Stoffe dafür an. Entstanden sind die Gesichtsbedeckungen bei den Helfern zu Hause. Einige der fertigen Masken liegen noch in der EFA bereit.