Klötze l Fast zu jeder Tages- und Nachtzeit wurden die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Klötze im Jahr 2019 alarmiert. Wenn andere Menschen schliefen, rückten die Brandbekämpfer gleich mehrfach aus. Allein zwischen 1 und 2 Uhr gab es im Vorjahr acht Alarmierungen. Das geht aus einer Statistik der Freiwilligen Feuerwehr hervor. Knapp die Hälfte aller Einsätze fand in der Zeit von 14 bis 21 Uhr statt (siehe Infokasten). 33 Mal wurden die Aktiven in den Nachmittags- und Abendstunden gerufen.

„Die an uns gestellten Aufgaben konnten alle mit Zufriedenheit bewältigt werden“, blickte Ortswehrleiter Matthias Veit während der Festveranstaltung zum 140-jährigen Bestehen der Wehr am Sonnabend zurück (Volksstimme berichtete). Bei der Zusammenkunft mit geladenen Gästen im Altmarksaal fasste Veit das Einsatzjahr zusammen.

Zwei Ereignisse seien 2019 für die Wehr besonders prägend gewesen, wie der Wehrleiter sagte. Dazu habe einmal der Großbrand auf einem Firmengelände im Gewerbegebiet an der Poppauer Straße im April gezählt.

Rettungsdienst am Unfallort unterstützt

Zur Erinnerung: Nachts war ein Feuer ausgebrochen und zerstörte die Halle eines Bauunternehmens. Es entstand hoher Sachschaden. Dabei handelte es sich um das Firmengelände des Klötzer Kameraden Dieter Reek, wie Matthias Veit in seinem Bericht erinnerte. „Das ist schon eine besondere Situation, wenn es einen von uns betrifft. Da haben alle mehr als nur 100 Prozent gegeben“, so der Wehrleiter.

Als weiteren, nicht alltäglichen Einsatz nannte er einen Verkehrsunfall, zu dem die Klötzer Ende August gerufen wurden. Laut Alarm-Meldung sollte auf der Landesstraße 19 ein Kraftrad nach dem Zusammenstoß mit einem Auto brennen. „Vor Ort stellte sich die Situation aber völlig anders dar. Es galt, eine Person aus dem Pkw mittels hydraulischem Rettungsgeräts zu retten“, blickte Matthias Veit auf den Einsatz zurück.

Schnell hätten die Klötzer Kameraden die Aufgabe gelöst. Darüber hinaus hätten sechs Kameraden den Rettungsdienst am Unfallort so professionell unterstützt, „dass es noch Tage danach Lob vom Notarzt gab“, freute sich Veit.

Brände machten im vergangenen Jahr knapp die Hälfte aller Einsätze aus, 34 Mal war das der Fall. Auf Platz zwei in der Statistik der Einsatzarten folgen die Hilfeleistungen durch die Kameraden der Feuerwehr. Zwei Übungen fanden statt, vier Brandsicherheitswachen wurden durchgeführt.

Doch nicht immer musste die Klötzer Feuerwehr aktiv werden, wenn sie alarmiert wurde. Neunmal kamen die Brandbekämpfer nicht zum Einsatz. Sonst löschten sie Feuer, kümmerten sich unter anderem um ausgelaufene Flüssigkeiten (4 Einsätze), um Sturmschäden (7), öffneten Türen (5) oder eilten zu Verkehrsunfällen, bei denen Menschen eingeklemmt waren (5), wie der Statistik zu entnehmen ist.

Die meisten Einsätze (41) hatten die Kameraden in der Ortschaft Klötze. Doch auch in den Dörfern der Einheitsgemeinde waren sie mehrfach zur Stelle, wenn sie gebraucht wurden. Ebenso in Gemeinden außerhalb der Stadt Klötze, etwa in Apenburg, Beetzendorf oder Mieste.

Ausbildung zum Thema alternative Antriebe

Jeden Freitag standen Ausbildungen im Kalender. Die Atemschutzgeräteträger der Stadt trainierten an einem Wochenende im Brandübungscontainer. Bei einer zusätzlichen Tagesausbildung beschäftigten sich die Klötzer mit den Themen alternative Antriebe im Auto sowie Photovoltaikanlagen. Weiterhin leisteten die Brandbekämpfer einen Beitrag zum kulturellen Leben in Klötze, wie Matthias Veit betonte. „Zum ersten Mal, durch das heiße Wetter bedingt, wurde das Osterfeuer zu uns verlagert“, erinnerte der Wehrleiter.