Klötze l Auf die Feuerwehr ist immer Verlass, auch in der Corona-Krise sind die freiwilligen Brandbekämpfer in der Einheitsgemeinde Stadt Klötze zur Stelle, wenn sie gebraucht werden. Allein im April wurde etwa die Klötzer Ortsfeuerwehr bislang dreimal alarmiert. Einmal brannte eine Hecke in Klötze-Süd. Ein anderes Mal sollten die Helfer in der Not die Tür zu einer Wohnung öffnen, nachdem sich eine Frau ausgesperrt hatte und drinnen das Essen auf dem Herd stand. Angekohlte Speisen im Backofen in der Klötzer Hagenstraße lösten den dritten Einsatz in diesem Monat aus. Die Brandmeldeanlage hatte angeschlagen. Vor Ort waren dabei jeweils zwischen zehn und 18 Feuerwehrleute mit mehreren Fahrzeugen.

Doch wie funktioniert die Feuerwehr-Arbeit eigentlich in Zeiten von Corona? Die Volksstimme fragte stellvertretend bei der Klötzer Ortsfeuerwehr nach. Zugführer Stefan Lange, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, gab einen Überblick zur aktuellen Lage. „Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass wir alle etwas vorsichtiger geworden sind, was den Umgang untereinander beziehungsweise die Abarbeitung von Einsätzen angeht“, so die Einschätzung von Stefan Lange. Der Drang, anderen Menschen aus Notlagen zu helfen, werde durch die aktuelle Situation aber nicht gebremst.

Einschränkungen und neue Regelungen wie im alltäglichen Leben gibt es in der Corona-Krise auch bei der Feuerwehr. Alle Maßnahmen, die von der Stadtwehrleitung und der Klötzer Verwaltung getroffen wurden, zielten darauf ab, die Einsatzbereitschaft der Ortsfeuerwehren aufrecht zu erhalten, so Lange. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand mit dem Coronavirus infiziert, solle so gering wie möglich gehalten werden.

Derzeit werde noch mehr auf die Einsatzstellenhygiene geachtet, berichtete Lange. „Wir versuchen, an den Einsatzorten mit so wenig Personal wie möglich zu arbeiten“, erklärte der Zugführer. Als konkretes Beispiel nannte er den Einsatz in der Hagenstraße, wo angekohltes Essen im Ofen den Rauchmelder auslöste. Während des Einsatzes seien nur die Führungskräfte der Fahrzeuge direkt mit der Brandmeldeanlage beschäftigt gewesen. „Die Fahrzeugbesatzungen sind im Zuge des Einsatzes gar nicht bis ins Gebäude gegangen beziehungsweise auf den Fahrzeugen geblieben.“ Nach den Einsätzen achte man noch mehr darauf, dass die Reinigungs- und Desinfektionsmittel auf den Fahrzeugen oder im Gerätehaus genutzt werden.

Wie die Hände desinfiziert werden sollten, dazu habe es für die Einsatzkräfte einige Anleitungen gegeben, etwa von den Feuerwehrunfallkassen, von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung oder vom Robert-Koch-Institut. Weiterhin seien den Kameraden Unterlagen in digitaler Form mit allgemeinen Hygiene-Hinweisen sowie Hinweisen zu Hilfeleistungseinsätzen zur Verfügung gestellt worden. Diese hängen ebenfalls in den Gerätehäusern aus.

Geachtet wird darüber hinaus auf den Abstand zwischen den Kameraden. Eilen sie mit ihren Einsatzfahrzeugen mit Blaulicht und Sirene zum Ort des Geschehens, bleiben einige Sitzplätze frei, die Wagen werden nicht mehr voll besetzt. „Hierzu gab es seitens des Stadtwehrleiters Matthias Veit bereits Ende März eine Dienstanweisung für alle Feuerwehren der Einheitsgemeinde Klötze“, wusste Stefan Lange zu berichten. Löschgruppenfahrzeuge, in denen normalerweise neun Kameraden sitzen, fahren aktuell mit maximal sechs Insassen vom Hof. „Fahrzeuge mit Staffelkabine sind statt mit sechs nur noch mit vier Einsatzkräften besetzt. So kann ein gewisser Abstand zwischen den Kameraden eingehalten werden“, erklärte Stefan Lange.

Noch bevor die Brandbekämpfer zum Einsatzort losfahren können, müssen sie im Gerätehaus möglichst schnell in ihre Einsatzkleidung schlüpfen. „Beim Umziehen in den Gerätehäusern wird umsichtiger gehandelt, Gedränge zwischen den Spindreihen wird, sofern möglich, vermieden und die Kameraden sind umsichtiger beziehungsweise warten auch mal kurzzeitig, bevor sie sich vor ihrem Spind umziehen können“, fasste Stefan Lange die Abläufe zusammen.