Klötze l Es ist ein echter Albtraum: Beim Frühschoppen eines Volksfestes in Quarnebeck bricht ein Feuer aus. Ein defekter Kühllaster hat das Inferno verursacht. Blitzschnell breiten sich die Flammen auf dem Dach des Festzeltes, in dem sich fast 900 Menschen befinden, aus. Panik macht sich breit, viele Fest-Besucher werden verletzt. Gut sieben Minuten, nachdem der Brand seinen Anfang nahm, erfolgt um 10.22 Uhr die Benachrichtigung in der Rettungsleitstelle. Die Feuerwehren aus Quarnebeck, Wenze, Trippigleben, Klötze, Kusey, Immekath und Kunrau werden alarmiert.

Zum Glück ist dieses Schreckensszenario nur Theorie und diente den Mitgliedern von Feuerwehren aus dem Kreisgebiet dazu, den Ernstfall zu trainieren. Der Fachbereich Brand- und Katastrophenschutz des Altmarkkreises Salzwedel hatte für die Mitglieder der Technischen Einsatzleitung (TEL) eine Ausbildung organisiert, die in Klötze absolviert wurde.

Gelände nicht verlassen

Die TEL, so erklärte Rüdiger Wührl, Sachgebietsleiter für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen im Ordnungsamt des Altmarkkreises, komme im Katastrophenfall zum Einsatz. Vor Ort übernehmen die Fachleute, die aus den einzelnen Feuerwehren stammen, das Management. Es gibt verschiedene Bereiche, um die sich die Kameraden kümmern. Einer hat etwa die Versorgung im Blick, ein anderer den Einsatz an sich, wieder ein anderer das Personal, das zur Verfügung steht. Aber auch bei Großschadensereignissen würde die TEL angefordert.

So auch im beschriebenen Szenario. Eine Aufgabe lautete, möglichst schnell einen Überblick über die gesamte Lage zu gewinnen. Dazu mussten die Feuerwehrleute das Gelände in Klötze aber nicht verlassen, ein Brandort wurde ebenfalls nicht nachgestellt. Vielmehr spielte sich die Übung im Container der Technischen Einsatzleitung ab, der mit Computern und weiterer Technik ausgestattet ist. Darin wird unter anderem Kontakt zur Leitstelle gehalten. Erstellt wurden bei der Übung Lagepläne. Nach einer halben bis dreiviertel Stunde sollte ein Gesamtbild stehen, um etwa der Presse erste Ergebnisse präsentieren zu können.

Unwetter durchgespielt

Als zweites Szenario wurde später am Nachmittag noch ein Unwetter durchgespielt, das in sieben bis acht Gemeinden für Probleme gesorgt hat. Insgesamt vier Veranstaltungen gibt es im Jahr, darunter zwei Ausbildungen dieser Art, sagte Wührl. In den vergangenen Jahren sei zudem einiges an Material beschafft worden, das Equipment ist in Anhängern untergebracht. So können die Einsatzkräfte ein Zelt aufbauen und sich zur Not autark versorgen, bis eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut ist.

Auch in der IT wurde aufgerüstet, beim Landkreis komme nun ein Einsatzführungs-Unterstützungsprogramm zum Einsatz, wie es vorher schon in den Feuerwehren bekannt war. So könnten alle Seiten über das Gleiche sprechen. Im Übungsteil wollte man sich damit beschäftigen.