Kusey l Zu einem besonderen Anlass hieß Kuseys Kita-Leiterin Anne Schmidt am Dienstag, 9. April 2019, einige Vertreter des Altmarkkreises Salzwedel, der Stadt Klötze sowie die Landtagsabgeordneten Jürgen Barth (SPD) und Andreas Höppner (Die Linke) in der alten Einrichtung an der Dr. Schultz-Lupitz-Straße willkommen. „Wir sind in freudiger Erwartung“, sagte sie und brachte ihre Hoffnung zum Ausdruck, schon bald in den Neubau, der am Lateiner Weg entstehen soll, umzuziehen.

Landrat Michael Ziche zeigte sich begeistert, so viele Kinder um sich zu sehen. Dies sei ein Beleg dafür, dass die Menschen in der Region jünger seien als der Landesdurchschnitt. Stabil seien auch die Geburtenzahlen. Für Stadt und Kreis sei das ein Ansporn, um die Rahmenbedingungen in den Kitas zu verbessern.

Das ist in der jetzigen Einrichtung, die eine Kapazität von 71 Plätzen hat, aber nicht mehr möglich. Das Gebäude weist strukturelle und bauliche Mängel auf. Es wurde in den 1930er Jahren als Gaststätte mit Saal und Wohnhaus errichtet. In den 1970er Jahren zog dort die Kinderkrippe ein, später erfolgte dann auch eine Betreuung von Kindergartenkindern. Das Objekt gilt als unsanierbar.

„Wir brauchen Kita-Plätze auf hohem Niveau, um die Bedingungen für Eltern, Kinder und Mitarbeiter attraktiver zu machen“, verdeutlichte Ziche. Als Träger der örtlichen Jugendhilfe sei der Altmarkkreis Salzwedel verantwortlich für eine leistungs- und bedarfsgerechte Struktur von Tageseinrichtungen. „Mit den aktuell 94 Einrichtungen“, so berichtete der Landrat, „verfügen wir über ein dichtes Netz von Kindertageseinrichtungen in unserem Gebiet, so dass wir den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz in unserem Landkreis voll erfüllen können. Das muss aber auch heißen, dass für die Einrichtungen die Qualitätsstandards stimmen müssen.“ Dementsprechend sei der Beschluss des Klötzer Stadtrates, insgesamt mehr als 2,8 Millionen Euro für den Neubau der Kuseyer Kita aufzuwenden, eine mutige, aber richtige Entscheidung, wie Ziche lobte.

Dem Klötzer Bürgermeister Uwe Bartels überreichte er einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 1,143 Millionen Euro. Das Geld stammt aus einem Förderprogramm des Bundes. Nach einem festgelegten Schlüssel ergibt sich daraus für das Land Sachsen-Anhalt ein Anteil in Höhe von 27,8 Millionen Euro und für den Altmarkkreis Salzwedel ein Anteil von besagten 1,143 Millionen Euro. Der Jugendhilfeausschuss des Kreises hatte sich am 20. Juni 2018 dazu durchgerungen, diese Mittel in vollem Umfang an die Stadt Klötze für den Neubau der Kuseyer Kita weiterzureichen.

Neues Gebäude bietet Platz für 106 Kinder

„Ich finde das großartig“, sagte Ziche. „Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt.

Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels bedankte sich für die große Summe und erinnerte daran, dass in den städtischen Haushaltsplan ursprünglich „nur“ 1,5 Millionen Euro für den Neubau der Kuseyer Kita eingestellt worden waren. Aufgrund von „Auflagen und Notwendigkeiten“ habe dieser Ansatz aber erhöht werden müssen. Eine aktuelle Kostenschätzung gehe von 2,8 Millionen Euro aus. Der Klötzer Bürgermeister gab sich überzeugt davon, dass in der neuen Einrichtung ideale Voraussetzungen geschaffen werden, um die Kinder bestmöglich auf die Grundschule in Kusey vorzubereiten.

Kuseys Ortsbürgermeister Klaus Vohs erinnerte daran, dass er 1977 beim Umbau der jetzigen Kita mitgeholfen habe. „Ich kenne das Gebäude in- und auswendig“ und somit auch die schlechte Substanz. „Ich freue mich ganz doll, nach Jahrzehnten endlich auf einen Bürgermeister mit offenen Ohren gestoßen zu sein. Ich hätte nicht gedacht, dass ich den Neubau noch erleben werde.“

Die neue Kita soll zwischen April 2019 und Dezember 2020 entstehen. Der Baustart ist also noch in diesem Monat geplant. Auf einer Mindestbedarfsfläche von 350 Quadratmetern entstehen neue Räume für etwa 40 Krippenkinder und zirka 60 Kindergartenkinder.

Alles in allem werden mit der neuen Einrichtung 106 Betreuungsplätze geschaffen. Kinder und Eltern aus den Einzugsbereichen Kusey, Röwitz, Wenze, Quarnebeck, Trippigleben, Altferchau, Dönitz und Schwarzendamm dürften sich schon jetzt auf die neue Kita freuen, hieß es während der Übergabe des Bescheides.