Klötze/Kunrau l Es gibt Stammgäste im Klötzer Waldbad, auf die ist immer Verlass. „Trotz Regens kommen immer einige Unermüdliche“, sagte Schwimmmeister Roland Gille im Gespräch mit der Volksstimme. Und so war das Becken auch am Montagvormittag, trotz dunkler Wolken, die am Horizont aufzogen, nicht ganz leer. Einige Schwimmer zogen ihre Bahnen - bei einer Wassertemperatur von 21 Grad Celsius.

Ruhig ging es zu an diesem Vormittag im Waldbad. Eher ruhig verlief auch die ganze bisherige Saison, die am 20. Mai gestartet ist, lautete ein Zwischenfazit von Roland Gille. In den beiden Monaten Mai und Juni kamen insgesamt rund 4700 große und kleine Badegäste, berichtete der Schwimmmeister mit Blick in seine Unterlagen. Für den Juli müssen die genauen Zahlen erst noch ermittelt werden, dies werde zum Ende des Monats erledigt, sagte Gille. Schätzungsweise könnten es aber wohl um die 2500 bis 3000 Besucher sein, die in diesem Monat ins Freibad kamen. Eines steht aber schon jetzt fest: Der bislang beste Tag war der 19. Juli. Mit insgesamt 471 Besuchern wurde der bisherige Rekord erzielt. Zum Vergleich: Am Top-Tag im Juni 2016 waren es 878 Gäste, erinnerte sich Roland Gille. „Das war ein richtig heißer Sommertag“, wusste er noch.

An solchen Tagen mangelte es bisher. Das Wetter sei in diesem Jahr bescheiden schön, so Gille. Jeden Morgen rufe er die Wetterapp seines Handys auf, um zu schauen, was der Tag bringt. Bleibt die Sonne weg, steigt auch die Wassertemperatur nicht. „Beim Wasser liegen wir so um 20 Grad Celsius im Durchschnitt“, berichtete Gille. Wenn es mal richtig warm wird und die Sonne über mehrere Wochen scheint, könnten es gut 24 Grad sein. Doch einige Gäste stört das nicht, etwa die Mitglieder der Seniorenschwimmgruppe, die vormittags im Waldbad ihre Bahnen ziehen. „Die würden auch im Oktober kommen, wenn wir da noch geöffnet hätten“, ist sich der Schwimmmeister sicher.

Kalt und nass

Ruhig verlief die Saison ebenfalls mit Blick auf Zwischenfälle. Die Technik des Bades spiele mit, bei den Badegästen seien ebenfalls keine Unfälle zu verzeichnen gewesen, informierte Roland Gille.

Bemerkbar macht sich das bescheidene Wetter auch im Freibad in Kunrau. Dort verschob sich die Eröffnung wegen diverser Reparaturen auf den 2. Juni. Seither zählte Rettungsschwimmer Fred Steffens insgesamt 3360 Besucher. Der Spitzenwert wurde auch in Kunrau am 19. Juni erzielt. An diesem Tag strömten gut 300 Menschen in das Kunrauer Freibad, im Durchschnitt waren es in dieser Saison 65 pro Tag, wie Fred Steffens im Gespräch mit der Volksstimme einschätzte. Allerdings herrschte auf dem schmucken Gelände manchmal auch gähnende Leere. So wie am Dienstag: 15 Grad und Dauerregen – „da bleiben die Leute lieber zuhause“, meinte Fred Steffens, der während der Saison jeden Tag im Kunrauer Freibad anzutreffen ist. Allein schon deshalb, weil er den Chlorgehalt des Wassers manuell regeln muss. Zeichnet sich jedoch ab, dass sich das Wetter nicht bessert, schließt er gegen Mittag die Pforten zu. Aus langjähriger Erfahrung weiß er nämlich, dass Besucher an Regentagen ausbleiben. Obwohl das Wasser, das ausschließlich von der Sonne erwärmt wird, trotz der kühlen Witterung eigentlich noch recht angenehm ist. Am Dienstag waren es 23 Grad.

Das Kunrauer Freibad hat Fans in nah und fern. Die Stammgäste kommen nicht nur aus Kunrau, sondern auch aus Kusey, Oebisfelde, Steimke und Jahrstedt, zählte Fred Steffens auf. Hinzu kommen die Zeltplatznutzer. „Am vergangenen Wochenende waren drei Handballmannschaften aus Brome da. Und für August hat sich die Fußball-E-Jugend aus Jahrstedt angemeldet“, wie der Rettungsschwimmer berichtet. Seine Hoffnung ist, dass doch nochmal eine Hitzewelle anrollt, um die Saison zu retten. Klar ist: „Bisher war das Wetter einfach zu schlecht, zu viel Regen. Das einzig Gute daran ist, dass der Rasen hier noch nie so gut ausgesehen hat.“