Kunrau/Klötze l Über Monate hinweg hat sich die vierte Klasse der Kunrauer Grundschule im Sachunterricht mit den Rechten von Kindern befasst. Doch in vielen Teilen der Welt werden diese Rechte mit Füßen getreten. „Wir haben gelernt, dass es Kindern nicht überall so gut geht wie in Deutschland“, erzählte Paul-Matti Kuß aus Steimke. So gebe es in manchen Ländern nicht mal Schulen, die Kinder müssen arbeiten oder sind die Leidtragenden von Armut, Unterdrückung, Gewalt, Krieg und Flucht. Das, so weiß Paul-Matti, ist zum Beispiel in Bangladesch, Madagaskar, Laos, Äthiopien und Syrien der Fall.

Die Grundschüler waren entsetzt und sich einig, irgendwie helfen zu wollen. Zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Silke Galda stießen sie auf eine Aktion des Kinderhilfswerks Unicef. Titel: „Dein Pfand rettet Leben“. Dabei geht es um sauberes Trinkwasser und die Verbesserung der Hygiene in Entwicklungsländern.

Gesagt, getan: Die Viertklässler hängten in ihrer Schule, in den umliegenden Kindertagesstätten und in ihren Heimatorten passende Plakate aus, um auf ihre Aktion aufmerksam zu machen. Im Anschluss sammelten die Mädchen und Jungen dort Flaschen ein. Unzählige Säcke kamen zusammen.

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Insgesamt kamen 540 Flaschen zusammen

Am Donnerstag ging es damit zum Hol‘ ab-Getränkemarkt nach Klötze, um die Flaschen abzugeben. Vom Ergebnis waren die Kinder selbst überrascht. Alles in allem waren es nämlich 540 Pfandflaschen. Nachdem Silke Galda aus eigener Tasche noch etwas dazugab, kam schließlich ein Betrag von 170 Euro heraus, der nun an Unicef gespendet wird.

„Die Kinder haben sich richtig reingekniet“, lobte die Klassenlehrerin und berichtete, dass im Unterricht auch harte Themen angesprochen wurden, wie etwa das Schicksal der kleinen Malala aus Pakistan, die seit 2009 in einem Internet-Tagebuch über ihre Ängste berichtete. Ängste, ausgelöst von den Taliban, die den Mädchen den Schulbesuch, das Tanzen und das unverschleierte Betreten öffentlicher Räume verboten. Malala ließ sich davon nicht einschüchtern, wurde aber 2012 von den Taliban in den Kopf geschossen. Malala überlebte und erhielt 2014 den Friedensnobelpreis.

Dass die Kinder ausgerechnet am Donnerstag die Pfandflaschen abgaben, war allerdings purer Zufall. Denn vor 30 Jahren, am 20. November 1989, hatten die Vereinten Nationen die Kinderrechtskonvention unterschrieben und Kindern damit mehr Rechte eingeräumt.