Jübarer und Lankowitzer feierten in der Steiermark das 15-jährige Bestehen ihrer Gemeindepartnerschaft

Fünf Tage voller Eindrücke und Gastfreundschaft

Von Walter Mogk

Seit 15 Jahren besteht die Gemeindepartnerschaft zwischen Jübar und dem österreichischen Maria Lankowitz. Um das Jubiläum zu begehen, fuhren zahlreiche Einwohner aus allen Jübarer Ortsteilen in die Steiermark.

Maria Lankowitz/Jübar l Die Einladung kam vom Maria Lankowitzer Bürgermeister Josef Riemer und für seinen Jübarer Amskollegen Carsten Borchert war es keine Frage, sie anzunehmen. "Unsere Freunde in der Steiermark wollen mit uns den 15. Jahrestag der Partnerschaft zwischen beiden Gemeinden feiern und da sind wir natürlich gern dabei", erklärte er. Schließlich handele es sich bei der 1997 begründeten Partnerschaft um eine altmarkweit einmalige Verbindung.

Also machten sich Einwohner aller Jübarer Ortsteile, Vereinsvertreter und Gemeinderäte mit dem von der Gemeinde gecharterten Bus auf den Weg nach Österreich. Bei der Ankunft in Maria Lankowitz wurden die Altmärker herzlich empfangen. "Die entgegengebrachte Gastfreundschaft ließ auch während der folgenden Tage kein bisschen nach", zeigte sich der Nettgauer Eberhard Liebe begeistert.

Schon am zweiten Tag hieß es früh aufstehen. Mit dem Bus ging es hinauf zum "Alten Almhaus" auf der zirka 1700 Meter hoch gelegenen Stubalpe des Kemetberges. Während es unten noch neblig war, herrschte oben strahlender Sonnenschein und die Jübarer wurden mit einer phantastischen Sicht über die Wolkendecke und einem 200-Kilometer-Rundumblick auf die Alpen belohnt.

An diesen Hängen absolvieren seit gut 16 Jahren altmärkische Schüler ab der achten Klasse ihre Skikurse, wie der Lankowitzer Gemeinderat und Reiseleiter Hans Rösl erläuterte. Für das Frühstück, das Almgastwirt Petro und sein Team den Jübarern servierten, bedankte sich Bürgermeister Carsten Borchert im Namen der Gäste mit einem Salzwedeler Baumkuchen.

Zweiter Höhepunkt war die Führung durch das Lipizzaner-Bundesgestüt in Piber. Stuten mit ihren Fohlen und stolze Hengste werden dort unter anderem für ein Leben in der berühmten Spanischen Hofreitschule in Wien vorbereitet. Ebenso beeindruckt waren die Altmärker von den historischen Kutschen und Schlitten in der Wagenremise des Lipizzaner-Museums.

Nachmittags folgten die Jübarer der Einladung von Margit Langmann und Ingrid Fröhwein zu einem Vortrag mit Verkostung steirischer Leckereien in die Fachschule für Land- und Ernährungswirtschaft. "Das brachte viele Anregungen zum Nachkochen und -backen in Form von Geschmacksproben und Rezepten", erzählte Eberhard Liebe.

Nach einem kurzen Abstecher in die Glasmanufaktur nach Bärnbach, bei dem moderne Kunst und Gebrauchsgegenstände aus Glas nicht wenige der Gäste zum Kauf reizten, klang der Tag mit einem geselligen Abend aus. Die Gastgeber luden zu Schmaus und Tanz in das Gasthaus Wiendl. Nach der offiziellen Begrüßung durch Bürgermeister, Landrat und Leiter des Tourismusverbandes lockten "Die Huafschneida" auf die Tanzfläche.

Der dritte Reisetag war gleichzeitig österreichischer Nationalfeiertag. Nach der musikalischen Begrüßung der deutschen Gäste auf dem roten Schlossplatz durch die Bergkapelle Piberstein begann der Bürgermeister-Wandertag. Gäste und Gastgeber wanderten gut 4,5 Kilometer zum "Buschenschank Schusterbauer" oberhalb Maria Lankowitz. Die Familie Köck erwartete jeden Wanderer mit einer kleinen Jause (österreichische Zwischenmahlzeit) mit Musik und Unterhaltung, die gute Gelegenheit zur Kontaktpflege bot.

Nach der Jause bot der Eisstockverein (ESV) Piberstein den Jübarern ein exklusives Eisstockturnier. Vorab wurden unter fachmännischer Anleitung der Mitglieder des ESV die Regeln und Schusstechniken erklärt, bevor sich die gemischten Mannschaften mächtig ins Zeug legten.

Vor dem Abendbrot im Jugend- und Familiengästehaus, in dem die Altmärker untergebracht waren, führte Franziskaner-Mönch Jozue Gonsior durch die Lankowitzer Wallfahrtskirche "Maria Heimsuchung". Der Pater zeigte dabei auch die Heiligtümer hinter den Kulissen und bot tiefe Einblicke in das Leben der Wallfahrer und Pilger.

Lankowitz\' Ratsmitglied Kurt Riemer begleitete die Gäste am vierten Tag schließlich zur Besichtigung des Schlosses in Stainz, bei dem die Jübarer im Landwirtschafts- und Jagdmuseum einen Einblick in das steirische Leben erhielten und von der modernen Technik überrascht wurden. Nach dem Mittagessen im Stainzer Heurigen-Hotel ging es mit dem "Flascherlzug" durch das Schilcher-Kernölland. Die Schmalspurbahnfahrt führte über den Zwischenstopp in Krautbath nach Peding und wieder zurück.

Während dieser zweistündigen Fahrt wurden die Fahrgäste mit steirischer Musik und Gesang von mehreren Ziehharmonikaspielern unterhalten. Eine Herausforderung für sich war das Genießen des servierten "Sturms" (roter Federweißer) bei der Rüttelfahrt der Bahn. "Das klappte bei den wenigsten Fahrgästen ohne Verschütten und sorgte für viele Lacher", berichtete Eberhard Liebe.

Nach dem Abendessen und zünftiger Blasmusik hieß es am fünften Tag schließlich wieder Abschied nehmen. Die Rückfahrt in die Altmark führte durch eine verschneite Landschaft in den Alpen und in Sachsen. Nach einigen Stopps im Zweistundenrhythmus erreichte die Jübarer Reisegruppe wieder die Heimat. "Das Erlebte wird noch lange in den Köpfen nachwirken", ist sich nicht nur Eberhard Liebe sicher. Und für die 20-Jahr-Feier in fünf Jahren haben die Jübarer die Einladung nach Maria Lankowitz schon jetzt in der Tasche.