Klötze l Feuerwehrleute in Uniform, Rettungssanitäter, Spezialfahrzeuge wohin man schaut vor dem Gebäude der Feuerwehr. Während André Lammek im Schulungsraum den nächsten Programmpunkt vorbereitet, absolvieren die Seminarteilnehmer im Freien einen praktischen Übungsteil.

„Wir bieten hier eine Ganztagsausbildung für Führungskräfte ab Zugführer aufwärts an“, erläutert André Lammek. Er selbst gehört zum DRK-Rettungsdienst, ist mitverantwortlich für alle medizinischen Belange bis hin zum Einsatz der Hundestaffel zur Menschenrettung. Und er ist Fachberater des Altmarkkreises. „Wir haben Rettungskräfte eingeladen, Feuerwehrleute, Fachdienste aus dem Altmarkkreis, die Johanniter sind dabei, der Katastrophenschutz, die Krisenintervention, die DRK- Wasserwacht und andere“, zählt er auf. Schwerpunkt der Ausbildung sei das Kennenlernen der Leute und einzelnen Bereiche. „Wer hat welche Aufgabe? Wer hat was zu sagen? Wie ist das ganze Gebilde Rettungswesen miteinander verzahnt? Das sind Fragen, die bei dieser multifunktionalen Ausbildung geklärt werden können“, erklärt er.

Nachsorge spielt wichtige Rolle

Mit dabei auch Rüdiger Wührl, Sachgebietsleiter Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen in der Kreisverwaltung. Er informiert im Container der Einsatzleitung über deren Aufgaben und wie das Zusammenwirken koordiniert wird.

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Ein weiteres Thema des Ausbildungstages ist die Nachsorge nach einem Einsatz. „Das ist zum Beispiel wichtig, wenn ein Mitglied des Rettungsteams auf Grund des Erlebten nicht mehr in der Lage ist, den Einsatz fortzusetzen“, erklärt Lammek, der sich freut, mit Sebastian Vatge einen Fachdozenten von der Feuerwehrschule in Heyrothsberge für einen Workshop gewonnen zu haben.

Bei dieser Lektion werden verschiedene Situationen durchgespielt. Damit möglichst viele der 48 teilnehmenden Führungskräfte eingebunden werden können, werden sie bei dem Workshop ausgetauscht und gemischt. „Das alles müssen wir jetzt trainieren“, betont André Lammek. „Im realen Einsatz ist es dafür zu spät.“

Drohnen zur Aufklärung

Ein lautes Surren zieht plötzlich die Aufmerksamkeit der Retter auf sich. Tobias Fricke von der Klötzer Feuerwehr lässt eine Kameradrohne aufsteigen. Auf einem Tablet und einem Monitor können die Luftbildaufnahmen verfolgt werden. „Es können auch bestimmte Punkte programmiert werden, die die Drohne dann selbstständig abfliegt“, beschreibt Jens Gille. Das sei praktisch, wenn beobachtet werden muss, wie sich ein Brand entwickelt und ob sich Glutnester gebildet haben.

Die Drohne der Klötzer Feuerwehr hat auch bereits einen „heißen“ Einsatz hinter sich. Sie ist zur Beobachtung des Brandes auf dem Gelände einer Recycling-Firma im Mai 2017 in Gardelegen eingesetzt worden, informiert Jens Gille.

Die Ganztagsausbildung war die erste in dieser komplexen Form mit allen Institutionen, berichtete André Lammek. „Unser Ziel ist es, das einmal jährlich zu wiederholen.“