Klötze l Am 25. Oktober war bei Bienenvölkern in Klötze der Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut (AFB) amtlich festgestellt worden. Zum Schutz gegen eine weitere Ausbreitung dieser anzeigepflichtigen Bienenseuche wurde ein Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern eingerichtet, der Klötze und Klötze-Nord umfasste. Im Rahmen der Untersuchungen im Sperrbezirk konnte daraufhin in 22 Völkern von elf Imkern der AFB-Erreger nachgewiesen werden.

Mehrere Untersuchungen

Zum Schutz gegen eine weitere Ausbreitung wurden alle 22 betroffenen Völker getötet, und am 15. Januar erweiterte der Altmarkkreis den Radius des Sperrbezirkes von drei auf zehn Kilometern. In der Folge suchten Sachverständige und Mitarbeiter des Kreises alle ermittelten Imker auf und führten bei den von ihnen gehaltenen Völkern eine Untersuchung durch. „Insgesamt wurden dabei 47 Imker kontrolliert und in Summe 300 Völker auf das Vorhandensein der AFB untersucht“, hieß es vom Altmarkkreis. Außerdem wurde festgestellt, dass sich die AFB nicht über den Drei-Kilometer-Sperrbezirk hinaus ausgebreitet hatte. Alle 228 Völker von 29 Imkern außerhalb dieses Bereiches waren klinisch unauffällig und die bakteriologischen Untersuchungsergebnisse wiesen keine Anzeichen für eine AFB-Infektion auf. Daher wurde der Zehn-Kilometer Sperrbezirk am 17. April wieder aufgehoben.

Der Drei-Kilometer-Radius blieb jedoch bestehen. Innerhalb dessen wurden 72 Völker von 18 Imkern nochmal untersucht, vier Völker wiesen einen geringen Sporenbefall von AFB auf.

Bienengesundheitsmobil

Um die vollständige und dauerhafte Bekämpfung der AFB im Bereich Klötze zu gewährleisten, findet auf dem Gelände der Kreisstraßenmeisterei in Klötze seit Donnerstag eine gemeinsame Aktion des Altmarkkreises Salzwedel, des Imkervereines Klötze und des Landesamtes für Verbraucherschutz statt. Dabei wird die Ausstattung der ursprünglich elf betroffenen Imker gereinigt und desinfiziert. Erstmals überhaupt kam dabei das Bienengesundheitsmobil, das über die Tierseuchenkasse finanziert worden war, zum Einsatz, wie Ramon Rullf vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt berichtete.

Bestandteil der Aktion war, dass die verdächtigen Bienenvölker veranlasst wurden, sogenannte Kunstschwärme zu bilden. Rulff erklärte: „Der Erreger der Faulbrut sitzt im Darm der Bienen, die Seuche wird über das Futter übertragen. Also nimmt man das Inventar aus den ‚Wohnungen‘ der Bienen heraus. Die Wohnungen und das Inventar werden gereinigt. In der Zeit entleeren die Bienen ihren Darm und ziehen dann nach drei Tagen wieder in eine saubere Wohnung ein.“

Zur Reinigung der Waben und imkerlichen Gerätschaften wurde eine Waschstraße mit mehreren Stationen aufgebaut. Die Teile wurden mit Drahtbürsten gründlich geputzt, in ein Wasserbad getan und zur endgültigen Vernichtung des AFB-Erregers noch in Natronlauge getaucht. Auch ein Flammenwerfer wurde verwendet.

Rulff betonte, dass es sich um eine sehr zeit- und personalintensive Maßnahme handelt, die bis Sonntag andauert, für die man sich entschieden hat, um die teils älteren Imker damit nicht allein zu lassen. Und wenn die Imker wissen, dass es Unterstützung gibt, scheuen sie sich auch künftig nicht davor, die AFB zu melden.

Hans Thiele, Dezernatsleiter beim Altmarkkreis, lobte die Anstrengungen aller Beteiligten und kündigte an, dass nach erfolgreichem Abschluss der Bekämpfungsmaßnahme auch der Drei-Kilometer-Sperrbezirk aufgehoben werden kann.