Traditionslokal im alten Bahnhof

Gemeinde sucht für Rohrberger Landgasthof neuen Betreiber

Nach der Kündigung des bisherigen Pächters zum 30. Juni steht der Rohrberger Landgasthof Alter Bahnhof leer. Das will die Gemeinde so schnell wie möglich ändern und sucht bereits intensiv nach einem Nachfolger. Auch umfangreiche Investitionen in das Gebäude sind geplant, etwa in eine neue Küche und den Brandschutz.

Von Walter Mogk 23.07.2021, 16:30
Seit Monaten ist der Rohrberger Landgasthof Alter Bahnhof geschlossen, der Pächter hat seinen Vertrag zum 30. Juni gekündigt. Jetzt hofft die Gemeinde, rasch einen Nachfolger zu finden.
Seit Monaten ist der Rohrberger Landgasthof Alter Bahnhof geschlossen, der Pächter hat seinen Vertrag zum 30. Juni gekündigt. Jetzt hofft die Gemeinde, rasch einen Nachfolger zu finden. Foto: Walter Mogk

Rohrberg - „Nein, die Gemeinde will den Landgasthof Alter Bahnhof nicht verkaufen“, tritt Rohrbergs Bürgermeister Bernd Schulz Gerüchten im Ort entgegen, auf die er angesprochen wurde. Ganz im Gegenteil: Die Kommune bemühe sich derzeit auf verschiedenen Wegen, einen neuen Pächter für die Gaststätte zu finden, die seit Anfang November 2020 coronabedingt geschlossen war. Ende März hatte Gastwirt Michael Oertwig bekannt gegeben, dass er die Lokalität nicht mehr öffnen und seinen Betrieb aufgeben wird (Volksstimme berichtete).

Nachdem die Kündigung des Pachtvertrags zum 30. Juni wirksam wurde, kann die Gemeinde handeln. „Wir wollen auf jeden Fall wieder eine Gaststätte, das ist sehr wichtig für unser Dorf“, hofft Ratsfrau Silke Niebur, dass sich so schnell wie möglich ein neuer Betreiber findet. Der könnte auch erst einmal das gesamte Inventar seines Vorgängers übernehmen, das an die Gemeinde übertragen werden soll. „Das reicht vom Geschirr über die Bestuhlung bis hin zum Tresen und den Kühlaggregaten“, berichtete der Rohrberger Heiko Meyer. Wenn der Rat den entsprechenden Kaufbeschluss heute Abend fasst, könnte ein Pächter den Neustart in einer voll ausgestatteten Gaststätte wagen.

Brandschutztüren sollen eingebaut werden

Zudem will die Gemeinde in das Gebäude investieren und hat dafür Geld in den Haushalt eingestellt. „Dabei geht es zum einen um die Erneuerung der Küche und zum anderen um den Brandschutz“, erläuterte Bernd Schulz. Im vergangenen Jahr habe es noch mit dem alten Pächter eine Begehung gegeben, in deren Folge ein Brandschutzkonzept für den gesamten Komplex der Sporthalle und der Gaststätte in Auftrag gegeben wurde. „Der Vorentwurf, mit dem wir schon arbeiten können, ist bereits da“, so der Ortschef. Demnach müssten unter anderem etliche Türen durch Brandschutztüren ausgetauscht werden. „Das Bauamt wird Angebote einholen, so dass wir hoffentlich schon in der nächsten Sitzung die Aufträge vergeben können, unabhängig von der Renovierung der Küche“, erklärte Schulz.

Interessent kann Ideen in Umbau mit einbringen

Für die Gemeinde sei es schwierig, den Umbau durchzuführen, ohne dass man schon einen neuen Pächter hat. „Je früher sich jemand meldet, umso besser für beide Seiten“, meinte auch Heiko Meyer. Denn dann könne man bei den Umbauarbeiten auf die speziellen Bedürfnisse des zukünftigen Betreibers eingehen und es sei möglich, dass dieser selbst noch Ideen mit einbringen kann.

Außenbereich, Saal und Kegelbahn gehören dazu

Unattraktiv sei die Lokalität auf keinen Fall und auch nicht abgewirtschaftet, so Meyer. Bis Corona kam, sei die Gaststätte vor allem an den Wochenenden fast immer voll ausgelastet gewesen, besonders durch Feiern. Zudem stünden der Außenbereich, der kleine Saal für Veranstaltungen und die Kegelbahn zur Verfügung. „Und wenn größere Sachen oder Feiern geplant sind, kann man auch die Sporthalle nutzen, die mit einem entsprechenden Belag ausgestattet ist“, ergänzte Silke Niebur.

Demnächst will die Gemeinde auch über die Internet- und Facebook-Seite der Gaststätte, die der bisherige Pächter der Gemeinde überlässt, um einen neuen Betreiber werben. Der kann auch auf ein finanzielles Entgegenkommen, etwa in Form einer gestaffelten Pacht, hoffen. „Wir wollen den Neuanfang schließlich nicht von vornherein erschweren“, betonte Heiko Meyer.