Klötze l Der Evangelische Kirchengemeindeverband Klötze hat am Sonntag zu einem Freiluft-Gottesdienst an das Eiserne Kreuz bei Klötze eingeladen. Die Veranstaltung war mit etwa 100 Teilnehmern sehr gut besucht. Inmitten von riesigen Bäumen fühlte sich die Gemeinde bestens aufgehoben. Und die Klänge der Klötzer Jagdhornbläser, die bei Liedern wie „Morgenlicht leuchtet“ oder „Geh aus mein Herz und suche Freud“ die Melodie vorgab, wirkten in dieser Kulisse fast schon wie ein Echo.

Den Gottesdienst leitete Ilse Schumann, Pfarrerin im Ruhestand, aus Kloster Neuendorf. Sie widmete sich dem Psalm 104, in dem Gott als Schöpfer allen Lebens gepriesen wird. Er schuf die Berge und Täler, die Wälder und Meere, die Menschen und Tiere. „Die Erde ist voll deiner Güter“, zitierte Ilse Schumann. Und immer, wenn sie den Psalm 104 liest oder hört, beginnt sie zu träumen, wie sie erzählte.

Millionenfaches Leid

Von einer Welt voller Frieden und Harmonie, Von einer Welt, in der die Natur keine Ware ist, die ausgebeutet wird, sondern ein Schatz, der gehegt und gepflegt wird. „Ich bin aber kein Träumer", betonte Schumann. Sie weiß um das millionenfache Leid auf der Welt. Von Hunger und Durst. Von Armut und Ungerechtigkeit. Von der Gier nach Ruhm und Profit. „Und ich sehe, dass die Welt auf dem Krankenbett liegt.“ Schuld ist der Mensch. Ilse Schumann erinnerte daran, dass wir alle eine Verantwortung haben für die Welt, auf der wir leben. Denn die Welt mit all ihrer Pracht ist ein Geschenk von Gott, ein Fenster ins Paradies.

Der Psalm 104 fordert dazu auf, den Schöpfer zu ehren. „Und genau das tun wir heute“, sagte Ilse Schumann. Und zwar, indem sich die Gemeinde in dieser wunderschönen Umgebung am Eisernen Kreuz versammelt. Und gerade jetzt, im Sommer, in der vielleicht schönsten Jahreszeit, die wärmt und so manche Sorgen vergessen lässt, sollten sich die Menschen hinaus begeben und sich an Gottes Schöpfung erfreuen. Um sich wieder bewusst zu werden, wie schön und einzigartig die Welt ist, wie Ilse Schumann meinte. Denn eines sollte man nicht tun: die Welt beherrschen und ausnutzen wollen.

Vielleicht nicht gerade einzigartig, aber auf jeden Fall lecker war das Mittagessen, zu dem die Gäste nach dem Gottesdienst noch eingeladen wurden. Fleißige Helfer hatten den Grill angeheizt.