Brome/Kunrau l „In unserem Vereinsleben gibt es keine Grenzen“, sagt Doreen Fiedler. Die Kunrauerin trat dem Zollsportverein (ZSV) Brome 1998 bei. Die Leidenschaft für den Handball entdeckte sie beim Schulsport. Doch habe es in Kunrau keine Jugendmannschaft gegeben. Deshalb schloss sie sich ihren Freundinnen an, die bereits beim ZSV aktiv waren. Und eines Tages war es soweit. Mit dem Auto ging es zum Training ins benachbarte Niedersachsen. Darin saßen junge Spielerinnen aus Steimke, Jahrstedt und Kunrau. „Das war in der D-Jugend.“

Der erste Kontakt mit den Vereinskameradinnen aus Niedersachsen verlief ganz normal. „Wir haben uns von Anfang an gut verstanden“, erinnert sich Fiedler. Wobei: „Wir waren Kinder, die Wiedervereinigung war schon eine Weile her. Das spielte für uns überhaupt keine Rolle.“

Kinder werden abgeholt und gebracht

Und genauso ist es bis heute. Ob jemand aus dem Osten oder dem Westen kommt, ist beim ZSV Brome völlig egal. Zumal der Verein ohne die Altmärker längst nicht so gut dastehen würde. „Von den 120 Mitgliedern kommt mindestens ein Drittel aus der Altmark“, weiß Fiedler, die in den Vorstand des Vereins gewählt wurde und Pressesprecherin ist. Als Herkunftsorte der Mitglieder zählt sie Jahrstedt, Steimke, Kunrau und Böckwitz auf. Bei der weiblichen E-Jugend kommen von den 16 Spielerinnen elf aus der Altmark, bei der männlichen E-Jugend sind es zehn von 16, nennt Fiedler zwei Beispiele. Die Kinder werden mit dem Bus abgeholt und wieder nach Hause gebracht. Es gibt zwei Touren: nach Jahrstedt und nach Kunrau.

Viele Kinder und Jugendliche aus der Altmark spielen also für den ZSV Brome. Dass darunter Vereine in der Altmark leiden könnten, verneint Fiedler. „Ein Wegnehmen ist das nicht. Es geht doch nur darum, dass die Kinder in der Nähe Handball spielen können.“ Nördlich von Oebisfelde gebe es dazu nicht viele Möglichkeiten. Klötze habe eine weibliche C- und B-Jugend, Diesdorf eine weibliche E-, C- und B-Jugend. Für Kinder aus Jahrstedt, Steimke oder Böckwitz sei Brome aber viel näher.

Altmärker bilden das Gerüst

Trainiert wird in Rühen. In der Zeit, als die große Halle dort neu gebaut wurde, gingen dem ZSV Brome einige Mitglieder von der Stange. „Nur durch die Altmärker war es möglich, dass wir die Jugendmannschaften wieder aufbauen konnten“, berichtet die 32-jährige Fiedler, die beim ZSV Brome alle Jugendmannschaften durchlaufen hat, noch immer in der Damenmannschaft aktiv ist und parallel die E-Jugend (die Kinder sind neun oder zehn Jahre alt) und die jüngeren Minis betreut. Zudem macht sie gerade ihre C-Lizenz als Trainerin. Dabei ist es ihr wichtig, den Kindern den Spaß am Spiel, aber auch Werte wie Fairplay und Respekt zu vermitteln.

Wenn es zwischen Altmärkern und Niedersachsen überhaupt noch Unterschiede gibt, dann sei es vielleicht der Ehrgeiz, meint Fiedler. Auch die Spielweise sei anders. „In Sachsen-Anhalt geht es rabiater zu.“

Allein um den Spaß am Spiel geht es bei einem Minihandball-Turnier, zu dem der ZSV Brome am heutigen Sonnabend, 9. November, in die Großturnhalle Rühen einlädt. Beginn ist um 10 Uhr, informiert Fiedler. Mit dabei sind der Diesdorfer SV und Teams aus der Region Süd-Ost-Niedersachsen. Zuschauer sind herzlich willkommen, egal ob aus der Altmark oder Niedersachsen.

Denn Grenzen, so macht die Ingenieurin aus Kunrau deutlich, gibt es im Sport sowieso nicht. Ganz im Gegenteil: „Sport verbindet.“ Das gilt besonders für den ZSV Brome, dem Doreen Fiedler auf ewig die Treue halten möchte. „Da fühle ich mich wohl, da gehe ich nicht mehr weg.“