Viel teurer

Hausschwamm im Gebälk der Rohrberger Kita sorgt für Kostenexplosion

Die Sanierung der Rohrberger Kindertagesstätte, die seit April läuft, wird noch teurer als ohnehin schon erwartet. Grund sind zusätzliche Arbeiten im Gebäude, nachdem in den Fußbodenbalken der Hausschwamm entdeckt wurde. Fertigstellungstermin bleibt aber Ende Oktober.

Von Walter Mogk
Container voller Bauschutt stehen vor der Rohrberger Kita. Jetzt wurde in den Fußbodenbalken auch noch der Hausschwamm entdeckt, was die Kosten für die Sanierung weiter nach oben treibt.
Container voller Bauschutt stehen vor der Rohrberger Kita. Jetzt wurde in den Fußbodenbalken auch noch der Hausschwamm entdeckt, was die Kosten für die Sanierung weiter nach oben treibt. Foto: Walter Mogk

Rohrberg - Die Sanierung der Rohrberger Kindertagesstätte Schoorbergzwerge entpuppt sich immer mehr als ein Fass ohne Boden. Wurden aus den ursprünglich im Haushalt für die Baumaßnahme eingeplanten 261.000 nur wenig später erst 376.500, dann 410.000 und schließlich sogar bis zu 600.000 Euro, so könnten die Kosten jetzt noch weitaus höher ausfallen. Denn auf der Baustelle wurden weitere unangenehme Überraschungen entdeckt.

„In den Fußbodenbalken vom Erdgeschoss bis in den Keller ist der gemeine Hausschwamm gefunden worden“, berichtete Verbandsgemeinde (VG)-Hauptamtsleiterin Anja Schrader im VG-Rat. Die pilzartigen Holzbewohner, die eine intensive Braunfäule im befallenen Gebälk erzeugen, waren zuvor nicht sichtbar. Erst nach dem aufgrund der Brandschutzertüchtigung des Gebäudes notwendig gewordenen Abbau der mehrfach belegten Holzdielen und der Holzwolle-Leichtbauplatten (sogenannte Sauerkrautplatten) aus DDR-Zeiten kamen sie zu Tage.

Statt neuer Holzbalken wurde nun eine Massivdecke aus Beton eingebaut. Die Mehrkosten dafür, die ursprünglich nicht geplant waren, müssen nun irgendwie aus dem Haushalt gedeckt werden. „Es werden alte Restmittel aufgelöst und dafür eingesetzt“, erklärte Anja Schrader.

Wie die Hauptamtsleiterin weiter mitteilte, habe sogar ein Abbruch der gesamten Baumaßnahme zur Debatte gestanden. Allerdings sei man von dieser radikalen Lösung wieder abgekommen, weil der Bau inzwischen zu weit fortgeschritten ist und die Unternehmen gebunden sind, so dass der Schaden für die VG noch größer werden würde. „Der Beschluss des Rates wird umgesetzt“, versicherte Schrader.

Vielen Außenstehenden und sogar manchem Ratsmitglied stellt sich inzwischen die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, statt das als Einfamilienhaus in den 1930er Jahren gebaute Kita-Domizil zu sanieren, eine neue Kindertagesstätte nach dem heutigen Standard zu errichten. Entsprechende Pläne der Verwaltung gab es 2018, als dem VG-Rat der Neubau einer gemeinsamen Kita für Rohrberg, Ahlum und Tangeln vorgeschlagen wurde.

Die geschätzten Kosten betrugen damals 2,025 Millionen Euro bei einer möglichen Förderung von bis zu einer Million Euro. Die Investition der VG in Höhe der restlichen Million wäre dann immer noch günstiger ausgefallen als die jetzt drohenden Gesamtkosten für die beauflagte elektro- und brandschutztechnische Sanierung der drei kleinen Einrichtungen. Denn auch in Tangeln und Ahlum handelt es sich bei den Kindergartengebäuden um Häuser aus den 1930er Jahren mit den gleichen Problemen wie in Rohrberg.

Fertigstellungstermin Ende Oktober noch im Visier

Der VG-Rat stimmte damals dem Neubau nicht zu, was auch an der Intervention vieler Eltern lag, die ihre Kinder lieber in den kleineren Einrichtungen belassen wollten und eine zentrale Kita kritisch sahen. Auch das spätere Angebot des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), eine Kita in den geplanten Bau einer Wohn- und Pflegeeinrichtung auf dem Gelände der alten Brennerei in Rohrberg zu integrieren, kam nicht zum Zuge.

Trotz der Schwierigkeiten beim Bau, die mit dem überraschend notwendig gewordenen Abbruch fast der gesamten Decken im April begannen, steht nach wie vor der anvisierte Fertigstellungstermin. Bis Ende Oktober soll die Kita saniert sein, so dass die Schoorbergzwerge und ihre Erzieher, die derzeit auf die Nachbareinrichtungen verteilt sind, wieder in ihr Domizil zurückkehren können. Voraussetzung dürfte aber sein, dass nicht noch weitere negative Überraschungen auf der Baustelle zutage treten.

Schon in den Innenräumen (hier ein Bild vom April) musste mehr herausgerissen werden als zuvor geplant.
Schon in den Innenräumen (hier ein Bild vom April) musste mehr herausgerissen werden als zuvor geplant.
Foto: Walter Mogk