Klötze l Sorgenvoll schaut Fußball-Abteilungsleiter André Dörk vom VfB Klötze auf die kommenden Herbst- und Wintermonate: Wenn im Herbst der voraussichtliche Sanierungsbeginn der Hegefeldhalle an der Allende-Schule beginnt, stehen die VfB-Fußballer auf der Straße. „Ich mag gar nicht daran denken, wenn wir in den Wintermonaten mit unseren Mannschaften nicht in einer Halle trainieren können. Das wäre der Super-Gau. Immerhin haben wir 13 Fußballteams und auch noch die Kinder- und Frauengymnastikgruppen“, listet der Fußballchef auf.

Bereits im November 2019 hatten die Mitglieder der Fußballsparte alle Trainingsmaterialien aus der 1974 erbauten Hegefeldhalle geräumt, weil der Baustart von der Stadtverwaltung angekündigt wurde. Doch bis heute gibt es keinen genauen Sanierungsbeginn. Das teilte Einheitsgemeinde-Bürgermeister Uwe Bartels während der jüngsten Stadtratssitzung in Quarnebeck VfB-Mitglied Matthias Krüger mit.

Landesbauamt prüft derzeit

Der war als Vertreter des VfB vor Ort und fragte, wann denn die Komplettsanierung beginnen wird. Uwe Bartels informierte Krüger daraufhin, dass vom Landesbauamt noch die Baugenehmigung fehlt. Wann die erteilt wird, stehe noch nicht fest, so der Bürgermeister weiter. Das Landesbauamt habe von seinem Prüfrecht Gebrauch gemacht, weil sich die Kosten der Gesamtsanierung deutlich erhöht hätten.

Zunächst waren 1,5 Millionen Euro einkalkuliert. Eine Fördermittelbewilligung von 660 000 Euro lag im Klötzer Rathaus bereits vor. Doch nach der Vorlage des Brandschutzkonzeptes und anderer Dokumente ist nach neuesten Berechnungen ein Finanzbedarf von 2,3 Millionen Euro notwendig. Daraufhin musste die Stadt Klötze einen weiteren Fördermittelantrag stellen. Wenn der bewilligt wird, muss die Kommune für die Maßnahme allerdings auch einen höheren Eigenanteil von 770 000 Euro zahlen.

Dass die Sanierung der Hegefeldhalle dringend notwendig ist, weil sowohl das Parkett in der Halle unzählige schadhafte Stellen aufweist und die Sanitär- und Umkleideräume noch DDR-Standard aufweisen, wissen die Sportler natürlich. Durch die Verzögerung des Baubeginns haben die VfB-Kicker nun aber noch ganz andere Sorgen: „Unsere Materialien haben wir an verschiedenen Stellen verteilt. Unter anderem haben wir uns auch extra einen Container besorgt, um alles unterzubringen“, stellt André Dörk klar. Es gebe schließlich kein Vereinsgebäude, wo das Equipment gelagert werden könnte.

Fehlende Kommmunikation

Ein weiteres Problem sehen die Fußballer in der fehlenden Kommunikation zwischen der Stadtverwaltung und dem Verein: „Wir müssen doch wissen, wo wir mit den 13 Mannschaften und den Gymnastikgruppen während der Sanierungszeit trainieren können“, merkt der VfB-Fußballchef an. Die Vereine wollen der Stadt helfen. Doch es kämen gar keine Anfragen aus dem Rathaus. Dabei spielt der VfB-Fußballchef auch auf eine mögliche Hilfe im Waldbad an: „Da hätten wir Arbeitseinsätze an zwei Wochenenden gemacht, und im Bad wäre zum Saisonstart alles in Ordnung gewesen“, stellt der Abteilungsleiter klar.

Ein weiterer Punkt, der den VfB-Sportlern Sorgen macht, ist, dass es in der Verwaltung sehr wenige Mitarbeiter gibt, die in der Stadt Klötze wohnen und damit auch die Interessen des Vereins vertreten. André Dörk erinnert an den jahrelangen Streit um die Antragstellung für den Anbau des Kraftsportraumes an der Zinnberghalle: „Wir machen schon sehr viel in Eigenregie, aber wir benötigten auch die Zusammenarbeit mit den Rathausmitarbeitern.“ Dörk hofft nun, dass sich die Sanierung der Hegefeldhalle nicht so lange hinzieht wie der Bau des Kunstrasenplatzes in Salzwedel. Der lasse schließlich schon seit über 20 Jahren auf sich warten.