Beetzendorf l Wenn vom Beetzendorfer Park die Rede ist, denken viele Menschen in erster Linie an die große Anlage zwischen Marienkirche, Gutshaus, den Resten der mittelalterlichen Burganlage und dem Anglergelände, mit der Sumpfzypressenallee und dem Langen Teich als Anziehungspunkte. Doch auch am anderen Ende des Ortes, in der Nähe des Apenburger Hofes – dem einstigen Sitz der schwarzen Linie derer von der Schulenburg – gibt es einen Park, von den Beetzendorfern kurz Park II genannt. Er ist weniger bekannt, bietet aber in seinem vorderen Teil einen bemerkenswerten alten Baumbestand und schöne Spazierwege.

Je weiter man jedoch in den hinteren Bereich des Parks, jenseits des Forsthauses, vordringt, desto mehr verändert sich dessen Charakter hin zu einem Wald. Hier wachsen neben Eichen und Buchen auch Nadelbäume. Für die Gemeinde stellt sich die Frage, ob dieser Teil des Parks nicht vom übrigen abgetrennt und künftig ausschließlich forstwirtschaftlich genutzt werden sollte. Eine Revitalisierung dieser Fläche, die etwa ein Drittel des Parks umfasst, würde einen erheblichen Aufwand bedeuten.

Mit Ulf Frommhagen, dem Denkmalschutz-Verantwortlichen des Altmarkkreises, hat es bereits eine Begehung der Parkanlage gegeben. „Wir haben uns alles genau angesehen, auch den Zustand der Bäume“, berichtete Jürgen Friedrichs, Vorsitzender des Ausschusses für Bau, Ordnung und Umwelt, im Beetzendorfer Rat.

Viele Altbäume seien bereits abgestorben. Die gelte es zu entfernen. „Wir sind da als Gemeinde in der Verkehrssicherungspflicht. Das muss im Vordergrund stehen“, erläuterte Friedrichs. Die Bäume, die gefällt werden müssen, sollen entsprechend markiert werden.

Pappelbestand kann gefällt werden

Priorität habe in jedem Fall der Erhalt der Solitärbäume, von denen es im Park noch einige gibt. Diese stehen inzwischen aber nicht mehr für sich, sondern sind nach den vielen Jahren der Vernachlässigung von anderen Bäumen umgeben. „Teilweise sogar sehr eng“, weiß Friedrichs, der auch Revierförster ist, zu berichten. Hier müsste für einzelne, besondere Exemplare wieder mehr Luft geschaffen werden, auch im Interesse der Artenvielfalt.

Auch einen großen Pappelbestand gibt es im hinteren Bereich des Parks II. Der wurde vor etwa 40 Jahren dort angepflanzt, obwohl diese Bäume eigentlich nicht in die historische Anlage gehören. „Inzwischen haben sie ihr Alter erreicht und sollten gefällt werden“, schlug Jürgen Friedrichs im Rat vor. Entsprechende Gespräche dazu habe es bereits gegeben.

Auch andere Bäume müssen im hinteren Teil des Parks weichen. Sie sind durch Käferbefall und durch die Folgen der langanhaltenden Trockenheit stark geschädigt. Im Frühjahr ist dann nach Auskunft von Jürgen Friedrichs eine Wiederaufforstung geplant. Dafür könne mit einer Förderung von 85 Prozent der entstehenden Kosten gerechnet werden. „Welche Baumarten dann als Neuanpflanzungen in Frage kommen, darüber müssen wir uns allerdings noch verständigen“, erklärte der Ausschussvorsitzende.