Klötze l Geschrumpft ist erneut die Zahl der Menschen, die ihren Hauptwohnsitz in der Einheitsgemeinde Stadt Klötze haben. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 waren es laut Statistik aus dem Rathaus noch 10.070 Einwohner – und damit 81 weniger als Ende 2019. Während also weniger Zweibeiner in der Stadt Klötze lebten, nahm der Bestand bei den steuerpflichtigen Hunden in diesem Zeitraum leicht zu. Die Zahl der Vierbeiner wuchs im Jahr 2020 auf insgesamt 1029. Zum Vergleich: Im Jahr davor waren es 995 Hunde. Das ergibt ein Plus von immerhin 34 Tieren. Mitgeteilt hat das die Verwaltung auf Nachfrage der Volksstimme. Die Menschen in der Einheitsgemeinde halten ihren tierischen Freunden also die Treue.

Es geht wieder leicht bergauf in der Statistik. Denn in den Vorjahren war die Gesamtzahl der Hunde auch schon rückläufig, fiel teilweise sogar unter die 1000er-Marke. Ob der Aufwärtstrend aus dem Vorjahr in Zukunft anhält, ist unklar.

Höchster Steuersatz für gefährliche Hunde

Was sich jedoch sicher sagen lässt: Die Hundebesitzer in der Einheitsgemeinde haben Labrador-Retriever besonders gern. Unter allen pflichterfassten Hunden, so wird aus dem Rathaus mitgeteilt, ist die Rasse am häufigsten vertreten. Insgesamt 103 Tiere sind registriert. Mit deutlichem Abstand haben diese Vierbeiner damit die Nase in der Rangliste ihrer Artgenossen vorn. Abgeschlagen mit 54 Nennungen folgen Jack Russell Terrier auf dem zweiten Platz der Statistik. Ganz knapp dahinter landet der Deutsche Schäferhund mit 51 Tieren auf Rang drei. Und den vierten Platz in der Beliebtheitsskala teilen sich gleich drei Hunderassen: Mit jeweils 23 Exemplaren erfreuen sich der Sibirian Husky, die Französische Bulldogge und der Border Collie in der Stadt Klötze ebenfalls großer Beliebtheit bei den Zweibeinern. Fast hätte es auch der Berner Sennenhund in diese Gruppe geschafft. Der Rasse fehlte jedoch ein Tier, um es auf den vierten Platz zu schaffen. Insgesamt waren zum Stichtag 22 der Vierbeiner erfasst.

Gab es denn auch Hunde, die als gefährlich eingestuft wurden? Tatsächlich gab es nach Angaben der Stadt im Jahr 2020 einen Vorfall. Details dazu wurden aus der Verwaltung aber nicht mitgeteilt. Nur soviel: „Der Hund wurde von der Familie sofort ins Tierheim gebracht.“ Keines der Tiere wurde im Jahr 2019 als gefährlich eingestuft.

Fast 43.000 Euro Einnahmen

Wäre das der Fall gewesen, so hätten die Halter besonders viel Steuern entrichten müssen. Erhoben werden die Abgaben von der Stadt Klötze, für einen gefährlichen Hund werden jährlich 280 Euro fällig, wie aus der entsprechenden Satzung hervorgeht. Das ist der Spitzensatz. Deutlich günstiger sind alle Hunde, die laut Gesetz nicht als gefährlich gelten. Für den ersten Vierbeiner verlangt die Stadt jährlich 42 Euro an Steuern, für den zweiten sind es 50 Euro und für jeden weiteren Hund 72 Euro. So wird Geld in die Stadtkasse gespült: 2020 betrugen die Einnahmen aus der Hundesteuer insgesamt 42.900 Euro. Im Jahr 2019 waren es genau 43.000 Euro.

Doch nicht jeder Halter muss Steuern zahlen. Auf Antrag können etwa Diensthunde kommunaler Stellen und Einrichtungen oder Hunde, „die zum Schutz und zur Hilfe behinderter Personen unentbehrlich sind“, wie es in der Satzung heißt, von der Abgabe befreit werden. Für Hunde, die zur Jagd eingesetzt werden und die eine Eignungsprüfung abgelegt haben, wird die fällige Steuer auf Antrag halbiert.

Anhörungen ohne Verwarngeld

Passieren kann es aber auch, dass Halter ein Verwarngeld zahlen müssen, wenn sie Regeln nicht einhalten. Zu dieser Maßnahme musste die Stadt 2019 und 2020 jedoch nicht greifen. „Bei Beschwerden wurden Anhörungen ohne Verwarngeld verschickt“, heißt es aus dem Rathaus. Vorfälle wie lautes Bellen, freies Umherlaufen auf öffentlichem Grund oder die Tatsache, dass Hinterlassenschaften der Tiere nicht entsorgt wurden, machten diesen Schritt erforderlich. Wie viele Fälle es gab, teilte die Verwaltung nicht mit. „Die Hundehalter haben sich schriftlich oder fernmündlich zu den Anzeigen geäußert. Verwarngelder wurden nicht erhoben“, wie es weiter heißt. Außerdem erhielten Halter Post, bei deren Tieren die Transpondernummern oder die Haftpflichtdaten nicht angegeben waren. Einen Transponder tragen Hunde erst seit März 2009. Aktuell betrifft das in Klötze 677 Tiere. Vorher war die Anmeldung freiwillig.