Klötze l Diesen unschönen Anblick wollen Anwohner und Naturfreunde nicht länger hinnehmen. Sie fordern, dass der achtlos weggeworfene Müll in Klötze-Nord verschwindet. Denn wo einmal Müll liegt, kommt bekanntlich weiterer hinzu. Sie schickten deshalb Fotos der Müllberge an die Volksstimme.

Vor Ort ist zu sehen, dass direkt neben dem Weg Staubsauger liegen, eine Mikrowelle, ein Fernsehgerät, leere Farbeimer, Dachabdeckungen aus Plastik und andere Hinterlassenschaften. Bereits im Jahr 2015 sorgte Müll an gleicher Stelle für großen Ärger. Damals ließ der Kreis die dort abgelegten Kühlschränke und anderen Geräte abfahren.

Dilemma seit 2005 im Kreis bekannt

Gleichzeitig nahmen die Kreis-Mitarbeiter damals das angrenzende Gelände einer Recycling- und Verwertungsfirma genauer unter die Lupe. Der Zaun war eingedrückt, die Müllhaufen quollen zum Teil über den Maschendraht auf den Seitenstreifen. Ergebnis der Kontrolle: Auf dem Firmengelände lagerten Unmengen an behandelten Eisenbahnschwellen aus Holz, Bauschutt, asbestbelasteter Abraum und anderes – tonnenweise und seit Jahren unsachgemäß.

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Mitarbeiter des Kreises räumten ein, darüber bereits seit dem Jahr 2005 informiert zu sein. Im Februar 2015 attestierten sie dann dringenden Handlungsbedarf.

Zeitnah sollte eine Lösung für den speziellen Müll gefunden werden. „Der Altmarkkreis Salzwedel als untere Abfallbehörde hat dem Grundstückseigentümer die mittelfristige Beräumung der gefährlichen Abfälle (Asbestplatten) und die langfristige Beräumung des Ziegelschuttes angeordnet“, hieß es vor drei Jahren.

Eine Anfrage der Volksstimme in der Kreisverwaltung ergab jetzt, den Mitarbeitern ist nicht bekannt, dass an dem Problemweg in Nord wieder Sperrmüll entsorgt worden ist. Kreissprecherin Amanda Hasenfusz machte darauf aufmerksam, dass das Grundstück außerhalb des Firmengeländes der Stadt Klötze gehört. Deshalb wären „hier durch die Stadt Klötze Maßnahmen zu treffen, damit nicht immer wieder Müll abgelagert wird“. Für die Entsorgung des weggeworfenen Sperrmülls ist zunächst der Kreis zuständig. Der Altmarkkreis werde sich zudem wegen dieser Angelegenheit mit der Stadt Klötze in Verbindung setzen.

Das ist inzwischen geschehen, wie Ulf Dittfach, Leiter des Ordnungs- und des Bauamtes der Stadt Klötze, im Gespräch mit der Volksstimme bestätigte. Doch wie das Müll-Problem wirksam angegangen werden könnte, dafür hat auch er keine zündende Idee. „Am besten wäre es, wenn wir den oder die Täter erwischen könnten“, sagte er. „Für Hinweise von Anwohnern oder Spaziergängern sind wir dankbar, auch anonym.“

Wegwerfen geht zulasten des Steuerzahlers

Für Ulf Dittfach ist das Problem ein gesellschaftliches. „Wieso hilft jemand der Allgemeinheit seinen Müll über?“, ist für ihn die entscheidende Frage. „Und das zulasten des Steuerzahlers.“

Bekanntlich können Elektrogeräte kostenlos an den einschlägigen Annahmestellen in der Region abgegeben werden. Doch die Umweltfrevler fahren ihre Altgeräte lieber in den Wald statt zur Annahmestelle, was wahrscheinlich auch nicht weiter entfernt wäre.

In ihrer Antwort auf die Volksstimme-Anfrage zum Sperrmüll gingen die KreisMitarbeiter auch gleich auf die Schuttberge der Recycling-Firma ein. Kreis-Sprecherin Amanda Hasenfusz: „Bei den auf dem Firmengrundstück lagernden asbesthaltigen Abfällen, gemischten Bauabfällen, Kunststoffabfällen, Reifen, salzimprägnierten Bahnschwellen und dem Asbest wurden im Jahr 2015 zirka 40 Tonnen von insgesamt zirka 100 Tonnen Asbest bereits entsorgt. Der Altmarkkreis Salzwedel wird auf die weitere Entsorgung hinwirken.“ Das wird sich zeigen.