Kusey l Mit dem Weggang des damaligen Gemeindepädagogen vor rund einem Jahr lag die Jugendarbeit im Evangelischen Landjugendzentrum (ELZ) mit einem Schlag brach. Die Kontinuität war dahin. Ein Nachfolger für die ausgeschriebene Stelle ist bis heute nicht gefunden. Und doch geht es seit einiger Zeit wieder aufwärts.

Dafür gesorgt hat zusammen mit jungen Christen aus dem Pfarrbereich Steimke-Kusey Birgit Timme. Die Gemeindepädagogin ist neue Leiterin des ELZ, Chefin der Pfadfinder und koordiniert auch die Junge Gemeinde mit. „Die Junge Gemeinde war tot“, erinnerte sie im Volksstimme-Gespräch. „Die Jugendlichen brauchen Regelmäßigkeit, sonst wird das nichts.“ Jetzt gehe es wieder richtig los.

Jüngstes Beispiel war eine Bildungsfahrt nach Polen in das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz Anfang Mai. „Eine sehr kompetente Mitarbeiterin des Museums führte uns über das Gelände des Hauptlagers und des Zweitlagers Birkenau“, informierte Alexander Kleine. „Besonders erschütternd waren nicht nur die grausamen Ausmaße der Massenvernichtung unterschiedlicher Menschengruppen, sondern auch der Wahn und die Absurditäten der nationalsozialistischen Rassen­ideologie.“ Die Erkenntnis, dass in diesem Vernichtungslager von 1940 bis 1945 insgesamt 1,3 Millionen Menschen (davon 1,1 Millionen Juden) ermordet worden waren, sei für die Jugendlichen eine unvorstellbare Dimension gewesen.

Einiges geplant

In den kommenden Wochen und Monaten haben sich die Jugendlichen für das heimische ELZ einiges vorgenommen. Zunächst treffen sie sich wieder regelmäßig. „Jetzt haben wir auch wieder ordentlich Zulauf“, freute sich Birgit Timme zusammen mit Nancy Apmann und Sandra Wißwedel. 19 Mitglieder gehören zur Gruppe, die 20er Marke wird auch bald geknackt.

Im ELZ ist von den Jugendlichen bereits eine Spielecke aus Naturmaterialien gestaltet worden. Mit einem überdimensionalen Dame-Spiel und einem Mensch-ärgere-dich-nicht haben die Jugendlichen ihren Spaß. Das nächste Projekt: Aus der Sitzecke im hinteren Bereich soll eine Chill-Ecke werden. Demnächst soll bereits mit dem Gestalten von Dingen begonnen werden, die auf dem Weihnachtsmarkt verkauft werden sollen, zum Beispiel werden Schalen aus Gips und Beton gegossen.

Vergessen wird auch die Bibelarbeit nicht. „Wir nennen das Gott und die Welt“, erklärte Nancy Apmann. Zudem wird die gemeinsame Zeit für Spieleabende, Filmegucken und ähnliches genutzt. „Demnächst wollen wir die Sitzgarnituren abschleifen. Und auch sonst helfen die 13- bis 25-Jährigen, wie beim Verpacken der rund 100 Geschenke für Jubilare im Jahr“, informierte Birgit Timme. Sogar bei Schreibarbeiten engagieren sie sich.